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Blu-ray
Basiswissen zur blauen Scheibe

In unserem Blu-ray Kompendium erfahren Sie alles Wissenswerte zum neuen Medium.
| Bei der Namenssuche für das neue Speichermedium bediente man sich des wichtigsten Merkmals seines Abspielgerätes, nämlich des blau-violetten Abtastlasers. Aus markentechnischen Gründen wurde kurzerhand das "e" getilgt und so entstand aus dem blauen Strahl "Blue ray" die heute etablierte Kurzform "Blu-ray". |
Scharf sehen
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Für DVDs wurden zuvor rote Laser mit einer Wellenlänge von 650 Nanometern (nm) benutzt, während Blu-ray-Player mit ihren kurzwelligen Lasern (405 nm) enger beieinander liegende Datenblöcke lesen können. Gleicher Raum, höhere Datenmenge – so ermöglicht das Medium Blu-ray Disc (BD) eine fünfmal höhere Auflösung als die DVD. Statt nur acht werden nun maximal 48 Megabit die Sekunde übertragen. Statt 720x576 Bildpunkten, werden Datenströme mit 1920x1080 Pixel ausgegeben.
Für bessere Darstellungsabläufe sorgen zusätzlich auch noch neue Codecs, die den alten MPEG-2-Standard der DVD ablösen. MPEG 4 und VC-1 schaffen es, mehr Daten noch effizienter zu komprimieren und einen abendfüllenden Kinofilm mit 2 Millionen Bildpunkten ohne sichtbare Qualitätseinschränkungen auf großer Bildschirmdiagonale auszugeben. |
 Die Wellenlänge des blauen Lasers ist im Vergleich zum roten kürzer und ermöglicht eine feinere Oberflächenstruktur des Datenträgers |
Wie im Kino
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| Während das klassische PAL-Fernsehsignal und teils auch DVD-Video in Form von Halbbildern (interlaced) übertragen wird, setzt man bei der Blu-ray Disc konsequent auf Vollbildübertragung (Progressive Scan). Ein anderer Punkt ist aber noch wichtiger: Seit knapp hundert Jahren werden Kinofilme in 24p aufgezeichnet und wiedergegeben. Blu-ray unterstützt die 24p-Frequenz nativ und ermöglicht somit nahezu originalgetreue Kino-Darstellung. Voraussetzung für dafür ist allerdings, dass auch der heimische Fernseher diese Frequenz nativ unterstützt. Ansonsten sorgt die interne Konvertierung des Bilderstroms für zusätzliche Ruckler bei der Ausgabe. |
 Gestochen scharfes Bild selbst auf großer Fläche, das bietet nur Blu-ray |
Ohrenschmaus
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Mit Blu-ray Player und HDMI 1.3-Verkabelung kommen zusätzliche HD-Tonformate ins Haus: Dolby True HD und DTS HD Master Audio sind absolut verlustfrei komprimiert und können theoretisch mehr als die derzeit maximalen 7.1 Kanäle ansprechen. Einige Blu-rays bieten sogar völlig unkomprimiertes PCM-Audio in Studioqualität.
Auf der Blu-ray selbst können bis zu 32 Audio-Spuren neben dem Film gespeichert werden - genug Platz also für Kommentare, Übersetzungen oder alternative Geräuschkulissen. |
Nette Extras
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Die Blu-ray Disc enthält eine interaktive Anwendungsschicht für Menüs und multimediale Zusatzinhalte, das sogenannte BD-Java (BD-J). Die Möglichkeiten von BD-J zur Darstellung von zusätzlichen Inhalten gehen weit über die von der DVD bekannten Extras hinaus und werden stetig erweitert. Bild-in-Bild-Funktionen, Popups mit Zusatzinformationen oder interaktive Spiele findet man bereits auf vielen BDs. Über die Einteilung in die Profile 1.0, 1.1 und 2.0 wird eine Unterscheidung, oder besser gesagt Versionierung der Multimediafähigkeiten für BDs und Abspielgeräte getroffen.
Mit Profile 2.0 BD-Live öffnet sich das virtuelle Tor zu interaktivem Bonusmaterial aus dem Netz. Aktuelle Trailer, Echtzeit-Zusatzinformationen oder Chat-Funktionen gehören somit zum Standardrepertoire des neuen Mediums. |
 Per BD-Live lassen sich Trailer oder Echtzeitinformationen aus dem Netz laden |
Kopierschutz
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Um nicht den gleichen Fehler wie bei der Einführung der DVD zu wiederholen, sichern gleich mehrere Maßnahmen die Inhalte der Blu-ray vor ungewolltem Datenraub. Das BD-ROM-Mark ist eine physische Schicht mit einem zusätzlichen Datenschlüssel, der zwar von einem Laufwerk identifiziert aber nicht kopiert werden kann. Scheiben, bei denen der Schlüssel fehlt, werden vom Player einfach ignoriert.
Die sicherste Methode läuft jedoch direkt über die Hardware. Das AACS (Advanced Acecess Content System) ist für das Abspielen von Blu-rays zwingend vorgeschrieben. Der Datenschlüssel identifiziert Filme, Sendungen und Abspielgeräte. Damit können Filmstudios zukünftig bestimmen, wie oft eine Kopie des Films erstellt oder auf welchen Playern dieser abgespielt werden kann. Nur über HDMI lässt sich der Schlüssel übertragen, weshalb analoge Bild-Ausgänge wie YUV in Zukunft für HD-Inhalte leider ungenutzt bleiben. |
Zwischenbilanz
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So richtig hat die Zukunft noch nicht begonnen, denn die Blu-ray-Technik verkauft sich aktuell (Ende 2008) immer noch einigermaßen schleppend und das hat sicherlich verschiedene Gründe. Die Technik hat nach wie vor ihre Macken und außerdem bedeutet die Anschaffung eines Blu-ray Players für viele Verbraucher auch gleich die Anschaffung eines Flachbild-Fernsehers. Andererseits ist die Abwärtskompatibilität zur DVD in jedem Fall gegeben und das mögliche Upscaling der Standard-SD-Auflösung auf 1080p legt sogar noch einen Qualitätsbonus mit drauf. Die Ausweitung der Blu-ray auf weitere Bereiche wie dem PC- und Spiele-Sektor oder den Camcorder-Markt wird das blaue Format weiter vorantreiben und die Preise für Player und Medien zunehmend sinken lassen, ähnlich wie das vor Jahren bei der DVD geschehen ist.
Wer bereits einen HD-Fernseher besitzt, hat mangels HDTV-Angeboten hierzulande nur per Blu-ray das Vergnügen, sein bestehendes HD-Heimkino-Equipment voll auszureizen. Nach und nach werden von den Studios alle aktuellen Filme auf Blu-ray veröffentlicht. Und sicher muss auch so mancher Filmklassiker erst seinen Weg auf die blaue Scheibe gefunden haben, bevor sich das neue Medium endgültig durchsetzt. |
Weitere Informationen:
• Blu-ray Extras 2.0
• Kinobilder in 24p
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