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Stimmen aus der Wirtschaft

Was die Macher der Branche von ARD und ZDF fordern...

Auch Industrie und Politik üben Kritik an den Plänen der Öffentlich-Rechtlichen, erst 2010 HDTV ausstrahlen zu wollen. Gegenüber DIGITAL FERNSEHEN äußerten die führenden Köpfe der Branche ihre Meinung.


Rainer Hecker, Vorstandsvorsitzender der Loewe AG

"Worum es jetzt geht, ist ein konkreter, zwischen allen Beteiligten abgestimmter Fahrplan hin zu HDTV. Wir müssen unseren Kunden sagen können, was er morgen, im kommenden Jahr und 2009 schon in HDTV sehen kann. Auch die Industrie braucht Planungssicherheit. Und vielleicht gelingt es uns ja dabei, den Starttermin 2010 doch noch vorzuverlegen"


Marc Jan Eumann, Vorsitzender der Medienkommission des SPD-Parteivorstands

"Ich wünsche mir von den durch das Gebührenurteil gestärkten ARD und ZDF eine aktivere Rolle bei der Umsetzung, Einführung und Etablierung neuer Technologien und dass sie in diesem Fall beim HDTV handeln. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat hier die Chance, seinem Funktionsauftrag auch über das zukünftige Format gerecht zu werden."


Klaus Petri, Senior Manager Consumer Media Realtions bei Philips

"Was man aber von den gebührenfinanzierten Sendern in Deutschland verlangen darf ist, dass sie eine Vorreiterstellung bei neuen Technologien übernehmen. Im Ausland - und nicht nur dort - wird öffentlich-rechtlich häufig mit ‚staatlich’ gleichgesetzt. Und es ist nicht hilfreich, wenn wir im Ausland vermitteln, dass der Staat bei neuen Technologien schläft"


Franz Simais, Geschäftsführer Humax Deutschland

"Es ist nicht die Aufgabe von Humax, die medienpolitischen Entscheidungen der Programmanbieter zu bewerten. Aber letzlich finde ich es doch bedenkenswert, wenn eine international so begehrte und gewollte Technologie zum Spielball von Gebührenüberlegungen wird."


Lothar Bisky, Vorsitzender der Partei Die Linke

"ARD und ZDF sollten das Rundfunkgebührenafukommen nicht nur verwalten, sondern auch als Innovationsmotor agieren."


Manfred Gerdes, Geschäftsführer Sony Deutschland

"Ich wünsche mir von allen TV-Sendern eine schnelle und verbindliche Entscheidung für das Fernsehen der Zukunft. Es reicht nicht, in Sachen HDTV auf ein Sportereignis im Jahr 2010 zu verweisen. Was kommt danach - die Rückkehr zum 'Standard-TV'? Wir brauchen in Deutschland eine nachhaltige und konsequente Umstellung auf HDTV und ein klares Committment aller Sendeanstalten. Wir dürfen den Zug HDTV nicht verpassen – dafür müssen Industrie und TV-Sender Hand in Hand arbeiten."


Sönke Lorenzen, Geschäftsführer SL-CT

"Sobald die Öffentlich-Rechtlichen damit beginnen, entsteht für HDTV ein Markt. Aktuell ist es doch für die Hersteller nicht mal möglich, die bestehenden HDTV-Boxen mit anständigen Livestreams zu testen. Und Geräte in den Markt zu bringen, bei denen man später nicht weiß, ob sie auch wirklich funktionieren, halte ich für recht gewagt."


Andreas Burmberger, Homecast

"Ohne ausreichenden Content im Free-TV wird es keinen ausreichenden Kundennutzen geben."


Matthias Moschner, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation Metz

"Natürlich haben ARD und ZDF, genau wie große Privatsender, mit ihren Entscheidungen einen Einfluss auf die Zuschauer. Eine möglichst breite Einführung einer neuen Technologie wie HDTV würde damit das Kaufverhalten wohl durchaus beeinflussen."


Armando Romagnolo, General Manager Produktmarketing TV Panasonic Deutschland

"Wir können noch so technologisch ausgefeilte Fernseher auf den Markt bringen. - Letztendlich sind wir jedoch auf hochauflösende Inhalte angewiesen, um den Endverbraucher ein neues Seherlebnis ins Wohnzimmer zu bringen. Würden ARD und ZDF den Startschuss für ein eigenes HDTV-Programm geben, käme der Markt richtig ins Rollen."


Ralf Hansen, Leiter Corporate Communications Panasonic

"Natürlich geht es bei der Verantwortung der Öffentlich-Rechtlichen in erster Linie um die Inhalte und nicht um die Technologie. Andererseits geht es aber auch um Innovation und die Glaubwürdigkeit als High-Tech-Standort und da sehe ich sie schon in der Verantwortung gerade sportliche Großereignisse in der aktuellen und nicht in einer überholten Technik zu zeigen. Die Frage ist ja auch nicht mehr ob HDTV kommt, sondern nur noch wann."


Alfons Haas, Vertriebsleiter Inland für Sat-Produkte bei Kathrein

"Generell ist die Zeitachse der HDTV-Einführung stark abhängig von den entsprechenden Programm-Inhalten der Sender. Die Öffentlich-Rechtlichen spielen auf Grund ihrer Bedeutung natürlich eine wichtige Rolle in dieser Einführung, daher wäre es wünschenswert wenn ARD und ZDF so schnell als möglich HDTV ausstrahlen würden. HDTV bietet für die Industrie aber auch für den Handel die große Chance wieder Produktqualität und -wertigkeit in den Vordergrund zu stellen."


Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer Astra Deutschland

"Ein früherer HDTV-Einstieg der öffentlich-rechtlichen Programmveranstalter wäre für alle Beteiligten im Markt ein sehr positives Zeichen gewesen. Handel, Hersteller und vor allem Endverbraucher wünschen sich mehr HDTV auf den Bildschirmen - von allen Programmanbietern."


Peter Klinkenberg, Geschäftsführer Neuling

"Es ist zu wünschen, dass die Sender weiterhin ihren Programmauftrag erfüllen und ihre aus der Geschichte erwachsene Rolle für die gesamte deutsche Gesellschaft ernst nehmen: Die Basisversorgung mit Information und Bildung sowie Beratung und Unterhaltung, um damit auch dem kulturellen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu entsprechen."


Frank Bolten, Geschäftsführer Sharp Deutschland/Österreich

"Ich wünsche mir ein klares "JA!" zu HDTV und dass der "Langfrist-Plan 2010" ad acta gelegt wird und ähnlich wie in anderen Ländern zügig an der Einführung von HDTV gearbeitet wird. Die Fußball-EM im nächsten Jahr wäre ein guter Termin - ähnlich wie gerade der ORF dei HDTV-Einführung in Österreich angekündigt hat."

Christopf Hoefler, Vertriebsleiter Smart:

"Wer überzeugt ist von den Vorteilen des hochauflösenden Fernsehens, wird sich von dem Zögern der öffentlich-rechtlichen Sender allein nicht abschrecken lassen. Allerdings fehlt es momentan generell an HD-Vollprogrammen. Es wäre wünschenswert, würde sich diese Situation bald ändern würde. Die öffentlich-rechtlichen Sender könnten die Gelegenheit nutzen, etwas Zukunftsgeist zu zeigen und sich eine Position als Vorreiter aufzubauen"

Maik Hildebrandt, PR-Manager Pioneer:

"Wir wünschen uns, dass der von ARD und ZDF eingeschlagene Weg konsequent weiter gegangen und das Programm vielfältiger gestaltet wird."

Was das ZDF dazu sagt...



Andreas Berecky, Technischer Direktor ZDF

"Produktionen, bei denen ein hoher Verwertungs- und Wiederholungswert zu erwarten ist, produziert das ZDF schon seit Jahren in HDTV. Der HDTV-Anteil der so genannten repertoirefähigen Sendungen wird sich in Zukunft sukzessive weiter erhöhen. Wir werden allerdings noch Jahre brauchen bis genügend HD Material für jeden Abend zur Verfügung steht. Bei der HD-Produktion benötigen wir etwa die fünffache Bandbreite im internen Netzwerk, die fünffache Speichergröße und vollkommen andere, neue technische Komponenten als bei Standard SD. Bei der Ausstrahlung gilt das Gleiche. All das kostet viel Geld und wir brauchen auch die Zeit, intern diese Projekte umzusetzen."



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