|
Yamaha DSP-Z11
"Klang der Superlative", "monströses Kinoerlebnis" und "technische Hochleistungsboliden" sind
nicht selten benutzte Schlagwörter im Heimkinosektor. Da fallen natürlich solche Geräte aus
dem Rahmen, die imstande sind, diese Aussagen noch zu unterstreichen – so wie der Yamaha
"DSP-Z11". Er versteht es, seiner Konkurrenz ganz schnell den Wind aus den Segeln zu nehmen.
|

|
Heimkino-Handwerker
|
Es ist schon ein gewaltiges Stück Technik,
was sich, bestehend aus 37 Kilogramm
Metall und Klangelektronik, den Weg
durch das Heimkino bahnt. Das Topmodell aus
dem Hause Yamaha ist ab Werk mit genügend
Elektronik gefüttert, um spielerisch die technischen
Entwicklungen der nächsten Jahre zu
überdauern.
Während die meisten Hersteller den Nutzer
nicht mit technischen Anforderungen überfrachten
möchten, wird bei Yamaha aus dem
Vollen geschöpft. So bietet das Gerät neben
vier HDMI-1.3a-Ein- und zwei -Ausgängen zahlreiche
Video- und Audioanschlüsse und 7 × 150
plus 4 × 50 Watt an Endstufenleistung. Zudem
wird der "DSP-Z11" schnell zeigen, dass er es
verdient hat, das "DSP" im Namen zu tragen.
Dieses Herzstück wertet nämlich nicht nur
Stereo-, sondern auch Mehrkanalsignale auf.
So können die an Originalschauplätzen aufgenommenen
Hallfahnen durch den Anwender in
allen Variablen verändert werden. Ein weiteres
Extra in der DSP-Sektion trägt den Titel "Dialog-
Lift". Hierbei kann in mehreren Stufen durch
geschickte Psychoakustik der Center akustisch
nach oben verschoben werden, sodass er klanglich
zentriert auf der Leinwand liegt. Wer die
Nachbearbeitung vollends ausreizen möchte,
kommt um vier zusätzliche Lautsprecher, welche
paarweise vorne und hinten unter der Decke
angebracht werden sollten, nicht herum. |
Das Klangdreieck
|
Die Verlockung, gleich loszulegen, ist natürlich
groß, allerdings sollte man sich als Erstes die
"Mühe" machen und die Einmessautomatik
YPAO starten. Während viele andere Hersteller
auf das Messsystem von Audyssey fixiert sind,
nutzt Yamaha diese Eigenentwicklung.
Das Messmikrofon wird an den "Z11" angedockt
und ermittelt die akustischen Gegebenheiten
in mehreren Schritten an bis zu acht Positionen
im Raum. Doch die Besonderheit liegt im
Detail. So kann der Anwender selbst entscheiden,
welche Parameter eingemessen werden
sollen. Der "Z11" kann mittels einer speziellen
Mikrofonhalterung an drei Messpositionen sogar
Phaseninterferenzen, Lautsprecherwinkel
und stehende Wellen diagnostizieren.
Nachdem alle Punkte durchlaufen sind, berechnet
der AV-Verstärker die entsprechende Equalizer-
Kurve. Die höhere Komplexität der Einmessung
macht sich in der Wartezeit bemerkbar, die
deutlich länger als bei den Mittelklassemodellen
Yamahas ausfällt. Die zweite Besonderheit, die
ebenfalls aus der professionellen Audioschiene
kommt, betrifft den Equalizer.
Dieser kann komplett manuell in sieben Band
Vollparametrik justiert werden. Das heißt im
Endeffekt, dass nicht wie sonst ein grafi scher
Equalizer mit festgelegten Bändern zur Verfügung
steht, sondern ein Entzerrer, welcher an
sieben frei wählbaren Punkten exakt auf die Bedürfnisse
eingestellt werden kann. So viele Eingriffsmöglichkeiten
bietet kein anderes Gerät
bei der Einmessautomatik. Zwar kann sich der
Nutzer leicht überfordert fühlen, doch genau
für diesen Zweck gibt es mehrere voreingestellte
Presets, welche das Gros an Anpassung bereits
anbieten. Von daher ist der Yamaha-Verstärker
ein wahrer Heimwerker, wenn es um akustische
und klangliche Optimierung geht. Schön ist es
auch, dass man genau nachvollziehen kann,
welche Kurve die Autoeinmessung im Raum
ermittelt hat.
Ein weiterer unschlagbarer Vorteil des Yamaha-
Receivers besteht in der Möglichkeit, alle getätigten
Einstellungen in einem der zehn Speicher
ablegen und jederzeit wieder abrufen zu können.
Diese Funktion stellt sicher, dass mehrere
Personen ihren Hörgewohnheiten nachkommen
oder die vier Zonen mit unterschiedlichen
Audiokonfi gurationen versorgt werden können.
Auch fällt es sehr leicht, die unterschiedlichen
Equalizer-Einstellungen und DSP-Programme
miteinander zu vergleichen.
Im heutigen Zeitalter gehört auf die Rückseite
eines AV-Receivers natürlich auch ein Netzwerkanschluss.
Leider ist man bei Yamaha auf die
kabelgebundene Variante angewiesen, da ein
WLAN-Modul fehlt. Nichtsdestotrotz macht
der "Z11" dieses Manko mit einem integrierten
Web-Interface ganz schnell wieder wett. Nachdem
die Netzwerkeinstellungen getätigt wurden,
kann man sich im heimischen Netzwerk
über die IP-Adresse des Receivers einfach in den
Receiver einloggen und alle wichtigen Einstellungen
tätigen. Für den Zonenbetrieb ist dies
eine sehr wichtige Funktion, da man auf diese
Weise ganz einfach über ein Notebook im anderen
Raum den Verstärker steuern kann. Neben
dieser cleveren Funktion besitzt der "Z11"
noch USB-Anschlüsse, um Audiodateien direkt
abzuspielen.
Zum Lieferumfang des Yamaha-Verstärkers gehört
neben der Hauptfernbedienung ebenfalls
noch eine zweite für den Zweizonen-Betrieb.
Der Hauptgeber bietet zwar ein LC-Display und
einige beleuchtete Tasten, jedoch kann damit
in dunklen Heimkinos nur recht umständlich
navigiert werden. Auch die Doppelbelegung
der unteren Tasten führt an manchen Stellen zu
etwas Verwirrung.
|
Durchsetzungsvermögen
|
Wer einen Klangspezialisten im Heimkino sucht,
der wird sicherlich beim Yamaha "DSP-Z11"
fündig. Der Metallriese gefällt nicht nur durch
sein Auftreten, sondern beeindruckt mit seinem
satten aber nie zu dick aufgetragenen Klang. So
überzeugt er dank vielseitiger Klangparameter
und Einstellungsoptionen sowohl im Stereo-,
als auch im Surround-Betrieb. Der Hörer kann
sich entspannt zurücklehnen, während der Film
auf der Leinwand fl immert und Bässe, Mitten
und Höhen gekonnt in den Raum gepeitscht
werden. Bereits im reinen Stereobetrieb macht
sich die hervorragende Signalverarbeitung bemerkbar. Schnell vergisst man die Technik und
lauscht den lupenreinen Klängen. Ein organisches
Klangbild, das nicht nach irgendeinem
Gerätehersteller zu klingen versucht, nutzt gekonnt
und effektiv modernes Schaltungsdesign
mit satter Endstufenleistung aus, die immerhin
knapp 250 Watt im Zweikanalbetrieb in Richtung
Boxen schießt.
Wer so überzeugend im Stereobetrieb auffährt,
der wird sicherlich auch im Surround-Betrieb so
einiges leisten. Gesagt, getan – und auch dort
spielt der Yamaha impulsfreudig, unglaublich
brillant und sehr sauber. Hier bemerkt der Nutzer
sehr schnell, wo seine Lautsprecher noch
Leistungsreserven parat halten, denn mit satten
155 Watt pro Endstufe werden selbst ausgewachsene
Standlautsprecher optimal versorgt.
Sicherlich wird man selten in die Verlegenheit
kommen, die vorhandene Endstufennutzung
wirklich bis zum Limit auszureizen, doch für die
Technik und den Hörer ist es allemal gut, wenn
die Kinoelektronik nicht an die Leistungsgrenze
geht. Obwohl der Yamaha keine Ermüdungserscheinungen
zeigt, sollten keine Gegenstände
auf dem Boliden abgestellt werden, denn unter
Volllast läuft das Gerät heiß.
Wer in einem Mietshaus wohnt, wo Lautstärke
nicht gern gehört wird, der kann den Adaptive
DRC im "Z11" aktivieren. Diese lautstärkeabhängige
Dynamiksteuerung arbeitet ähnlich wie
ein Kompressor und verhindert zu laute Passagen.
Für ein gleichbleibendes Lautstärkeniveau
im Filmbetrieb, besonders nachts, ist dies sehr
zu empfehlen.
|
Impulsgarant
|
Zum Herumexperimentieren lädt die DSP-Sektion
des Yamaha ein, welche das eigentliche
Highlight an Effekten und Parametern bietet. So
können neben einzelnen klassischen Mehrkanalprogrammen
auch Räume wie Konzerthäuser
oder Jazzclubs simuliert werden. Obendrein
lassen sich alle Klangparameter, wie Raumgröße
oder Nachhallzeit, selbst einstellen. Das kennt
man normalerweise nur von hochwertigen Studioeffektprozessoren.
Der schöne Nebeneffekt:
Es kann jedes Mal aufs Neue am Klang gebastelt
werden. So wird es mit dem Gerät und einer
"normalen" Mehrkanalaufnahme nie langweilig,
selbst wenn man den "Z11" bereits länger
nutzt. Das nennt man wohl "Erlebniskino".
Das ausgewogene Klangbild und die transparente
Darstellung der Räumlichkeit rühren nicht
allein von der hochwertigen Signalverarbeitung
im Innern des Gerätes. Kurze Signalwege und
eine ausreichende Netzversorgung sorgen für
einen verlustfreien Signaltransport und genügend
Leistung, wenn es darauf ankommt. Impulsseitig
spielt Yamaha aus diesem Grund in
der Oberliga.
Wie bereits beschrieben wurde nicht versucht,
das Signal klanglich in eine andere
Richtung zu lenken. Beim vertiefenden Hören
verstärkt sich der Eindruck, dass der
Yamaha das tut, was er am besten kann –
verstärken. Und das macht der Bolide neutral
und dennoch organisch und transparent. Räume
bleiben Räume und Stimmen besitzen eine
tragende Präsenz.
Selbst wuchtige Klangereignisse wie Explosionen
und laute Sinfonieorchester besitzen
Charme, Luftigkeit und einen ordentlichen
Schub, der den Hörer mitten in das Geschehen
katapultiert – natürlich nur dann, wenn die Lautsprecher
genügend Reserven für die Umsetzung
mitbringen. Klanglich gehört der "Z11" zu den
ausgewachsenen und solidesten Verstärkern
seiner Klasse.
|
Sichtweise
|
An bildverarbeitender Hardware und Anschlüssen
wurde in den Bauch des "Z11" nahezu alles
eingebaut, was das moderne Heimkinoherz
begehrt. Die Videoverarbeitung macht es den
Klangkomponenten gleich und punktet mit genügend
Anschlussreserven und ebenso kurzen
Signalwegen. Im Innern werkelt als Herz der
Bildverarbeitung ein Anchor-Bay-Chip, der sich
auch in sehr hochwertigen externen Scalern
wiederfindet.
Die Skalierung erledigt der "Z11" ebenso fehlerfrei
wie die Farbkonvertierung. Durch den
hochwertigen Bildchip wird Kantenfl immern
bei TV- und Videomaterial gekonnt verhindert.
60-Hertz-Filmmaterial kann ebenso durch eine
scharfe Darstellung punkten. Kritisch wird es
allerdings bei deutschen Film-DVDs, die in 50
Hertz auf der Leinwand fl immern. Dort kann
man deutliches Kantenfl immern feststellen.
Auch muss der Nutzer im Gegensatz zu gleichwertigen
Geräten anderer Hersteller mit eingeschränkten
Optimierungen für das Bild leben.
Softwareseitig lassen sich im Menü nur die wichtigsten
Dinge wie Aufl ösung und der HDMI-Modus
einstellen. Rein vonseiten der Firmware ist
der "Z11" zwar ausgereift, jedoch könnte er an
einigen Stellen noch ein wenig mehr Einstellungen
in puncto Bild vertragen.
|
Detailspieler
|
Wenn man alle Attribute des Yamaha auf einen
Nenner bringen möchte, so lässt sich der "DSPZ11"
wohl als gekonnte Symbiose aus Handwerk
und Technik beschreiben. Klang- und leistungstechnisch
bleiben wohl kaum Wünsche offen.
Die Bildverarbeitung arbeitet bis auf wenige Abstriche
tadellos und auch die Harmonie von Verarbeitung
und technischen Werten überzeugt.
Die leistungsstarke DSP-Sektion und die zahlreichen
Audioeinstellungen erfreuen den Anwender,
ohne ihn zu überfordern. Aus nahezu
allen angebotenen Anschlüssen lässt sich ein
sehr gutes Resultat erzielen, was wohl kaum
noch zum Nachdenken anregen dürfte. Vielmehr
sollte man die Augen reiben und die
Ohren spitzen, denn Yamaha hat es geschafft,
erstklassigen Klang, Optik, Bild und Leistung in
einem Gerät zu vereinen.
|

|
Zurück zu
AV-Receiver
•
Yamaha DSP-Z11
•
Denon AVR-2809
•
Pioneer SC-LX 81
•
Audio-Receiver
•
Tipps zum AV-Receiverkauf
•
Denon AVC-A1HD
|
|
|
|

Die Ausgabe 04/2010 der HD+TV gibt es ab sofort im Zeitschriftenhandel. Was erwartet Sie im neuen Heft? Klicken Sie hier.
mehr... |
|
|

Ab sofort liegt die zweite Ausgabe des neuen Fachmagazins AUDIO TEST, der Ratgeber rund um Audio im Heimkino, im Zeitschriftenhandel bereit. Was Sie in der neuen Ausgabe alles erwartet, finden Sie hier.
mehr... |
|
|

Den Newsletter gibt es ab sofort zum Download.
mehr... |
|
|
Für die europäischen TV-Zuschauer wurden Siegel geschaffen, die die damit gelabelten Geräte als HDTV-fähig ausweisen.
mehr... |
|
|

Videofilme zu Geräten aus dem Heimkino-Bereich finden Sie hier. Filme ansehen und dann sich selber ausprobieren. Hereinspaziert!
mehr... |
|
|

Die Ausgabe 02/2010 der HD+TV gibt es ab sofort im Zeitschriftenhandel. Was erwartet Sie im neuen Heft? Klicken Sie hier.
mehr... |
|