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Pioneer PDP-LX5090

Ein Jahr nach dem triumphalen Abschneiden der Kuro-Plasmas in unserem Heft zündet Pioneer erneut den Nachbrenner. Mit Full-HD-Auflösung und nochmals verbessertem Schwarzwert soll die neunte Generation auch in diesem Jahr die Konkurrenz im Dunkeln stehen lassen.



G9-Gipfel

Galten Pioneer-Plasmas vor einigen Monaten noch als elitär, geben sich die Japaner mit der neuen Generation bodenständiger. Statt für knapp 5 000 Euro wechselt das neue 50-Zoll-Flaggschiff bereits für 3 400 Euro den Besitzer. Im Hinblick auf die hohen Preise bei 50-Zoll-LCDs mausert sich der "LX-5090" getaufte Plasma fast zum Preistipp. An der Ausstattung und Verarbeitung wurde weder gespart, noch die bereits bestehenden Qualitäten verbessert. Sie erhalten einen Vollblutfernseher mit Zimmerlichtsensor, elektronischem Programmführer, DVB-T-Tuner und Bild-in-Bild-Funktion, wobei Letztere auf das Zusammenspiel von TV-Signal und externer Bildquelle beschränkt ist. Via USB-Schnittstelle kann eine Diaschau unkompliziert gestartet werden. Beim Zubehör richtet sich Pioneer an die Heimkinoklientel: Im Karton befindet sich lediglich das Display, der Standfuß und der Lautsprecher können bei Bedarf ergänzt werden. Neben einem einfachen Unterbau bietet Pioneer auch eine luxuriösere drehbare Ausführung. Der Fernseher sollte nach Möglichkeit frei aufgestellt werden, da besonders die Oberseite höhere Temperaturen erreicht. Die Lüfter rotieren nahezu unhörbar und auch das Netzteil gibt nur unmerkliche Geräusche von sich.

Gefangen im Labyrinth

Das übersichtliche Bildmenü kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Pioneers Plasma eines der komplexesten Geräte am Markt ist. Verbinden Sie beispielsweise eine Quelle über HDMI mit dem Fernseher, so zeigt der Plasma unter Umständen kein Bild. Auch ein Druck auf alle Eingänge wird dieses Problem nicht lösen, denn die HDMI-Schnittstellen wollen erst per Menü zugewiesen werden - der betreffende Hinweis wird im Handbuch allerdings erst am Ende gegeben. Die Bildeinstellungen sind ähnlich variabel aber komplex, denn das auffällige Dauerruckeln bei Bewegungen endet erst, wenn im erweiterten Menü der passende Aktivierungsmodus gewählt wird. Die Erklärungen im Bildmenü fallen wie die Hinweise im Handbuch spärlich aus. Wer über keinerlei Wissen verfügt, sollte deshalb seinen Fachhändler kontaktieren, der seine Hausaufgaben hoffentlich gemacht hat. Für versierte Nutzer ist dieser Fernseher dagegen ein Traum, denn solch vielfältige Einstellungsmöglichkeiten bietet kaum ein Konkurrent.

Dunkler Stern

Der maximale In-Bild-Kontrast wurde im Vergleich zur achten Generation nochmals verdoppelt, der durchschnittliche Kontrast steigt um knapp 75 Prozent. Der Schwarzwert liegt mittlerweile so nahe am Null-Bereich, dass bereits der kleinste Leuchtpunkt im Bild ausreicht, um unsere Wahrnehmung zu täuschen und Schwarz als absolutes Schwarz erscheinen zu lassen. Um das Potential des Plasmas ausnutzen zu können, sollte der Raum allerdings kein Restlicht aufweisen. Da dieser Extremfall eher im Heimkino als im Wohnzimmer anzutreffen ist, werden viele Nutzer die maximale Bildqualität des Fernsehers nur selten erleben. Die Frontscheibe wurde zwar kontrastoptimiert und mindert einfallendes Licht, doch die generell niedrige Leuchtkraft des Displays zeigt im hellen Wohnzimmer eher dunkle Bilder. In Anbetracht der stattlichen Energieaufnahme und Wärmeentwicklung ist die Brillanz bei Tageslicht ein Schwachpunkt. Gibt man dem Fernseher allerdings die Chance zur Entfaltung, so entwickelt die hohe Bildtiefe eine Sogwirkung. In der Bewegungsdarstellung macht dem "LX-5090" kein Plasma etwas vor. Auffällige Nachzieheffekte, die in einem grünen Schweif resultieren, sind hier nicht erkennbar. Die Farbtreue des Fernsehers ist ebenfalls eine der besten am Markt. Weder in hellen noch dunklen Bereichen sind Verfärbungen sichtbar. Lediglich die Leuchtkraft einiger Farben hätte exakter ausfallen können. Dank der perfekt abgestimmten Gamma wirken Bilder jederzeit plastisch und detailreich.

Neben HD-Quellen, die der "LX-5090" Punkt für Punkt und bei Filmmaterial mit 24 Bildern ruckelfrei darstellt, bietet der Fernseher eine hohe Darstellungsqualität bei normalen Fernsehprogrammen oder DVDs. Die Berechnung zusätzlicher Bildpunkte auf die volle HD-Auflösung gelingt nahezu fehlerfrei und potente Rauschminderer helfen schwächeres Material erträglich zu gestalten. Da sämtliche Nachbearbeitungsprogramme intelligent eingreifen, bleiben makellose Signale von einer Beeinträchtigung verschont. Im Vergleich zu den Vorgängern können nahezu alle Funktionen mit sämtlichen Bildquellen kombiniert werden, sodass nicht umständlich ins Halbbildformat gewechselt werden muss, um beispielsweise eine Bewegungsglättung hinzuzuschalten. Trotz umfangreicher Bildprogramme wirkt das Resultat immer natürlich und entspricht dem ursprünglich aufgenommenen Kinobild.

Künstlich wirkende Resultate sind mit diesem Fernseher nicht zu erwarten. Dennoch sind Kritikpunkte vorhanden. Die Plasmazellen erzeugen bei näherer Betrachtung einen etwas unruhigen Bildeindruck und trotz 100-Hertz-Bildverarbeitung flimmert das Bild ähnlich dem eines Röhrenfernsehers. An hellen Konturen sind Farbblitzer durch die impulshafte Zündung der Plasmazellen erkennbar. Die ohnehin geringe Helligkeit nimmt bei vollflächig leuchtstarken Bildern weiter ab, weshalb der Plasma in hellen Wohnzimmern trotz der allgemeinen technischen ‹berlegenheit gegen einen LCD-Fernseher ins Hintertreffen geraten kann. Der von vielen gefürchtete "Einbrenneffekt" oder ein Nachleuchten heller Bildanteile machte sich in unserem Test nicht bemerkbar.

Pioneer schlägt Pioneer

Ein Jahr lang markierte die achte Generation der Pioneer-Plasmas unangefochten die Spitze unserer Wertungsskala. Die neunte Generation schafft es, die sehr guten Qualitäten weiter zu verbessern. Mit dem "PDP-LX5090" erhalten Sie einen allgemeingültigen Standard, der mit jeder Bildquelle überzeugt. Dank dem für Plasmas typischen perfekten Blickwinkel und dem beeindruckenden edlen Finish wartet hier der wahre Röhrennachfolger.

Eine weitere Steigerung im Schwarzwert strebt Pioneer zwar auch zukünftig an, doch der Nutzen dürfte für viele Anwender nur bedingt praxistauglich ausfallen. Wir wünschen uns Verbesserungen bei Problemen, die speziell bei der Nutzung im Wohnzimmer auftreten, um unter jeden Lichtbedingungen den plastischen Eindruck zu erleben, der bislang nur im dunklen Raum zum Vorschein kommt. Mit dem "PDP-LX5090" kratzt Pioneer am technisch Machbaren bei der Plasmatechnologie. Das Resultat erreicht zwar noch nicht den Status "perfekt", aber so nahe am gedachten Ideal war noch kein anderes Produkt.





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