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Sony KDL-40E4000

Die Kunst, auffällige Technik zu verbergen und dennoch nicht an ihr zu sparen, beherrschen nur wenige Hersteller. Mit einer neuen LCD-TV-Serie, getarnt als Bilderrahmen, schlägt Sony die Brücke zwischen Wohnen und Fernsehen.



Ästhetischer Blickfang

Die weiße Front mitsamt der wählbaren Rahmenfarbe macht aus dem LCD ein Bild im Passepartout-Design. Die Rahmen sind in dunkelblauer, brauner, weißer oder in Aluminiumausführung erhältlich. Unser Modell schimmerte im blauschwarzen Metallic-Look. Als kleiner Makel am stimmigen Äußeren kann lediglich die beträchtliche Bautiefe des LCDs gewertet werden, weshalb der Eindruck eines Gemäldes bei seitlicher Betrachtung schwindet. Zudem grenzen sich die Lautsprecher vom Rahmen ab – ein nahtloser Übergang hätte dezenter gewirkt. Der mitgelieferte drehbare Standfuß leistet gute Dienste, falls eine stehende Installation vorgesehen ist.

Überall-Fernsehen

Neben dem DVB-T-Empfang ist der "KDL-40E4000" auch für das digitale Kabel geeignet. Im Praxisbetrieb benötigte der Sony weniger als eine Minute, um alle empfangbaren Programme zu speichern. Selbst HD-Angebote kann der Sony verlustfrei wiedergeben, für verschlüsselte Programme ist allerdings die betreffende Originalkarte und das passende CI-Modul Pflicht. Hochauflösendes Material über DVB-T ist theoretisch ebenso möglich, aufgrund des mangelnden Angebots hierzulande aber noch Zukunftsmusik. Mittels Favoritenlisten können Sie Ihre eigenen Senderlisten erstellen, ein elektronischer Programmführer schlüsselt die kommenden TV-Inhalte übersichtlich auf. Die Bild-in-Bild-Darstellung ist auf das Zusammenspiel von TV-Signal und externer Bildquelle beschränkt. DVD- oder Blu-ray-Player docken bevorzugt an einem der drei HDMI-Eingänge an; für Fotos steht eine USB-Schnittstelle zur Verfügung.

Aufgeräumt


Nachdem Sonys Playstation 3 und die mobile Variante PSP in der Benutzerführung vereinheitlicht wurden, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die "Cross Media Bar" (kurz "XMB") getaufte Oberfläche auch bei den Fernsehern Einzug hält. Die Struktur ist einfach: Jeder Funktion wird ein Symbol zugewiesen, das in einer Perlenschnur aufgereiht ist. Wird ein Punkt ausgewählt, öffnen sich weitere Optionen nach einem Strickleiterprinzip. Die horizontale und vertikale Ausrichtung sorgt für Übersicht und eine schlanke Struktur. So elegant wie bei der Playstation 3 oder PSP gelingt die Navigation aber noch nicht. Haben Sie sich nämlich zu dem Endpunkt vorgearbeitet, beispielsweise den Bildeinstellungen, öffnet ein Druck auf das Symbol ein komplett neues Fenster und die "XMB" wird ausgeblendet.

Eine Eingliederung aller Elemente in die "XMB"-Oberfläche würde die Handhabung vereinfachen. Der Bilderrahmen ist nicht nur optische Zierde. Im Bildverzeichnis können Sie ab Werk gespeicherte Bildmotive aufrufen und den Fernseher tatsächlich als Gemälde nutzen. Um den Strombedarf einzugrenzen, verfügt der Fernseher über einen Lichtsensor, der die Leuchtkraft in dunklen Räumen reduziert. Manuell können Sie die Hintergrundbeleuchtung stufenlos dimmen oder den Energiesparmodus nutzen. Noch besser würde dem Fernseher eine dynamische Hintergrundbeleuchtung zu Gesicht stehen, um die Helligkeit dem Bildinhalt automatisch anzugleichen.

Bilder wie gemalt

Messtechnisch ist das verbaute LCD-Panel des Sony "KDL-40E4000" erstklassig. Der Kontrasteindruck ist bei jeder Raumhelligkeit hervorragend und das Bild wirkt ungemein plastisch. Seitliche Blicke quittiert zwar auch Sonys LCD mit einem Kontrastabfall, doch aufgrund der allgemein guten Werte bleibt der subjektive Eindruck stets ansprechend. Schwarze Bildbereiche hellen sich zudem kaum auf, helle Flächen verlieren allerdings an Brillanz. Einzig im dunklen Heiminozimmer sind die Schwächen der LCD-Technologie offensichtlich.

Ein weiteres Plus ist wieder einmal die Abstimmung des Fernsehers, die nahezu perfekt gelang. Helligkeit, Kontrast, Farbeinstellung: Alles wirkt auf den Punkt genau justiert. Kritische Farbübergänge stellt der Fernseher ohne auffällige Abstufungen dar. Um in den Genuss von neutralen Bildern zu kommen, genügt ein Druck auf die Taste "Theatre" der Fernbedienung. Die pixelgenaue Darstellung ohne Bildbeschnitt ist möglich, allerdings ist der betreffende Unterpunkt im Funktionsmenü gut versteckt.

Kleine Detailverbesserungen könnten die Note noch steigern. So zeigen ruhende Bilder eine ungemein hohe Bildschärfe, in Bewegung erscheint das Geschehen dagegen weicher. Sehr gute Plasmas oder LCDs mit 100/120-Hertz- Bildverarbeitung zeigen hier bessere Ergebnisse. Die Ausleuchtung gelingt in den Eckbereichen weniger souverän als in der Bildmitte und empfindliche Augen nehmen bei hellen Bildbestandteilen eine Art Farbblitz wahr. Weiterhin erzeugte das Netzteil unseres Testgerätes ein hochfrequentes Geräusch, wenn Bilder mit hoher Leuchtkraft wiedergegeben wurden. Neben der makellosen Darstellung von HD-Material zeigt Sonys LCD-TV auch bei normalen Programmen scharfe Bilder. Nur das auffällige Kanteflimmern ist sowohl bei TV- als auch Filmaufnahmen störend, weshalb die Zuspielung in 576p, 720p oder 1 080p erfolgen sollte. Die Wiedergabe von Blu-rays in 1 080p24 meisterte der Sony fehlerfrei.

Immer im Bild

Sonys "KDL-40E4000" wirkt nicht nur ansprechend, sondern präsentiert sich mit integrierten DVB-T- und Kabel-Tuner sowie guter Bildqualität als Vorzeigefernseher. Sollten Sie gegenüber neuen Designs aufgeschlossen sein und eine neutrale Bilddarstellung schätzen, so ist der Bilderrahmen-LCD mehr als nur ein Preistipp.





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