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KEF Kit530
Was war früher da – die Henne oder das Ei? Sicherlich stellt sich jeder irgendwann im
Leben diese Frage. Doch was hat das mit Lautsprechern zu tun? Bei dem extravaganten
Design des Kef Kit530 könnte man auf diese Frage stoßen: Was war früher da, der
Lautsprecher oder das Ei? |

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Das Ei des Columbus
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Es sind Charakterspieler in eiförmigen
Metallgehäusen, wahlweise in silberner
oder schwarzer Ausführung. Eine eher
ungewöhnliche Form für einen Lautsprecher.
Das Kit530 wird als ein komplettes Heimkinosystem
angeboten. Darin enthalten sind
zwei Front-, zwei Surround- und ein Centerlautsprecher,
ein Subwoofer und natürlich
das Herzstück – die Steuerzentrale
mit integriertem DVD-Laufwerk.
Die vollwertigen Endstufen, welche die
Lautsprecher ansteuern, befinden sich
im Subwoofer.
Schon beim ersten Öffnen der Kartons
fällt die gründliche Verpackung auf. Einzeln
abgekapselt und sicher geschützt
sind die Lautsprecher vor Kratzern
während des Transports gesichert. Das
ungewöhnliche Set bietet ein ebenso ungewöhnliches
Verkabelungskonzept. Zwei
große D-Sub-Stecker genügen für das Heimkinovergnügen.
Ein dickes Kabel führt vom
Subwoofer, welcher als einziger eine Stromversorgung
benötigt, zum DVD-Player. Das zweite
Kabel versorgt die Lautsprecher mit Signalen.
Beim Anschließen gibt es jedoch ein paar Komplikationen.
Zwar sind die Kabel eindeutig beschriftet,
die Beschriftungshinweise lösen sich
aber zu leicht vom Kabel ab. Somit kann es bei
einem Umbau oder einem erneuten Anschließen
zu argen Problemen kommen, da man die
Kabel nicht mehr eindeutig zuordnen kann.
Nachdem alle Boxen angeschlossen, aufgestellt
oder angeschraubt sind, kann man sich ganz
den ersten Einstellungen am DVD-Player widmen.
Dieser dient als Steuerzentrale und bietet
zahlreiche Anschlussmöglichkeiten und Wiedergabefunktionen.
Neben einem HDMI-Ausgang finden sich außerdem
ein USB-Anschluss, analoge und digitale
Audio-Eingänge sowie ein Scart- und Komponentenanschluss.
Das Gerät beherrscht die
Wiedergabe von CDs, DVDs und USB-Medien.
Sowohl MP3- als auch OGG- sowie HD-WMVDateien
stellen für den Player keine Schwierigkeit
dar. Auch wenn das Gros der Hersteller
wegen komplexer akustischer Zusammenhänge
im Boxenbau auf eine separate Anordnung der
einzelnen Chassis angewiesen ist, gibt es immer
ein paar Ausreißer.
Prinzipiell gilt, dass eine koaxiale Anordnung
des Tiefmittel- und Hochtöners die ideale Anordnung
in einem Lautsprechersystem darstellt.
Doch treten dabei meist sehr große akustische
Probleme auf. Besonders wenn große Membran-
flächen vorherrschen, die den Hochtöner umschließen,
können unerwünschte und fast unkontrollierbare
Reflexions- und Phaseneffekte
auftreten, die sich negativ auf die Klangqualität
auswirken.
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Offen für Neues
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Dies vermeidet das Kef Kit durch eine moderate
Membrangröße von 115 Millimetern. Der Hochtöner
sitzt getreu dem Caox-Chassis-Prinzip im
Zentrum der Membran. Das Ideal einer Punktschallquelle ist somit erreicht. Die Ortungsschärfe
einer solchen Anordnung ist enorm, da
das Gehirn die einzelnen akustischen Einheiten
nicht mehr zusammensetzen muss.
Dadurch kann die Räumlichkeit wesentlich exakter
wahrgenommen werden. Dies wird auch
schnell in unserem Vergleich zwischen einem
konventionellen Zweiwegesystem und dem Kef
Kit530 deutlich. Musik, Sprache und Räumlichkeit
sind enorm klar und differenziert wahrnehmbar.
Auch die Höhenwiedergabe ist detailreich und
präzise. Möglich macht dies eine 19-Millimeter-
Aluminiumkalotte, die nach akustischen Maßstäben
im Hochtonbereich sehr gute Übertragungsfunktionen
bietet.
Details zeichnen sich klar und präzise, die räumliche
Abbildung spielt hervorragend und auch
die Richtungsbündelung sorgt dafür, dass unterschiedliche
Sitzpositionen mit einem vernünftigen
Raumklang versorgt werden. Nicht zuletzt
komplettiert die koinzidente – also zeitgleiche –
Abstrahlung das hervorragende Klangbild.
Da bei dieser geringen Lautsprechergröße natürlich
im unteren Basssegment relativ früh bei
ca. 100 Hertz eingegriffen werden muss, erledigt
ein Subwoofer mit einem 250-Millimeter-
Langhubchassis den Rest. Einziger im Test festgestellter
Wermutstropfen ist die Tatsache, dass
die integrierten Endstufen für Satelliten und
Centerlautsprecher eine leistungsabhängige
Lüftersteuerung besitzen. Das bedeutet, wenn
im Film plötzlich einer lauten Passage eine leise
folgt, dann kann man das Lüftergeräusch so lange
wahrnehmen, bis die Drehzahl heruntergeregelt
wird. Ein unschöner Effekt, der jedoch nur
bei extremen Lautstärkeunterschieden auffällt.
Die Endstufen arbeiten im Test sehr kräftig und
bleiben bis zu hohen Lautstärken verzerrungsfrei.
Der Subwoofer-Pegel lässt sich bequem per
Fernbedienung anpassen.
Auch der DVD-Player birgt einige Überraschungen.
So zeichnet sich das Laufwerk durch
eine hervorragende Fehlerkorrektur aus. Auch
das Upscaling auf 1 080p beherrscht das Gerät
sicher. Zudem können an der USB-Schnittstelle
externe Datenträger angeschlossen und HDMaterial
im 1 080p-Format ausgegeben werden.
Quick-Time- und MP4-Dateien wurden im
Test leider nicht verarbeitet; WMV-Filme spielte
das Gerät jedoch problemlos ab.
Nur beim Vollbildkonverter zeigen sich in einzelnen,
ausgewählten Tests ein paar Unstimmigkeiten.
Bei einem normalen Spielfi lm gibt es
allerdings nur selten Probleme. Einzig die DVDMenüführung
ist ein wenig kurios. Manchmal
verschiebt sich der Cursor, sodass ein unkompliziertes
Navigieren nicht mehr möglich ist. Nicht
selten springt nach einem Aufruf des Titelmenüs
der Player automatisch in den Film zurück.
Ein Software-Update sollte diesen Problemen
jedoch den Garaus machen.
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Rundum gelungen
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Das HD+TV-Team ist sich einig: Die Kefs spielen
in einer eigenen Liga – nicht nur was Design und
Aufbau angeht, sondern gerade im Klang stehen
die kleinen eiförmigen Lautsprecher überdimensionierten
Standlautsprechern in nichts
nach. Tiefenstaffelung, Abbildungsschärfe und
Bündelung sind dank des koaxialen Aufbaus
hervorragend.
Allein die Systemexklusivität bereitet ein wenig
Bauchschmerzen, denn sollte ein Blu-ray-Player
im Wohnzimmer Einzug halten, dann bietet der
DVD-Player nur zwei optische Audio-Eingänge
an. Und ohne DVD-Player kann man dieses Kit
leider nicht betreiben, da die Versorgung der
Boxen einzig über ein spezielles Subwoofer-
Kabel realisiert wird. Schade, denn die verbesserten
Lautsprecherboxen gibt es bislang noch
nicht als Set ohne DVD-Player zu kaufen. Der
hervorragende Klang tröstet jedoch über diese
kleinen Ausrutscher auf jeden Fall hinweg. |

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