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Elac Linie 240
| Während viele Hersteller versuchen, ihre Lautsprecher nach bestimmten Mustern mit einem markentypischen Klang zu versehen, wird ohne viel Aufsehen und Trubel in Deutschland an der Neutralität gefeilt. Das Traditionsunternehmen Elac nimmt diese Aufgabe sehr ernst und konstruiert einen Lautsprecher, der versucht, dem Ideal zu entsprechen – eine Herausforderung mit Zukunft. |
 Geschliffener Klang |
Auf dem Lautsprechersektor gibt es
wahrlich viele Wandlerprinzipien und
Raffinessen, um eine Box entweder
schick aussehen zu lassen oder ihr einen besseren
Klang zu verpassen. Diesem Trend konnte
sich auch Elac nicht entziehen. So spendierten
sie ihren neuen Lautsprechern aus der Linie
"240" eine kristallförmig gefaltete Aluminiummembran,
einen Jet-III-Hochtöner und packten
Ingenieurwissen, ausgewähltes Material und
eine gut abgestimmte Frequenzweiche in ein
schickes, schwarzes Hochglanzgehäuse.
Bereits seit 1984 werden in Kiel Lautsprecher
gebaut. Ein wichtiger Schritt war die Einführung
des Jet-Hochtöners im Jahre 1993,
welcher sich auch in der von uns getesteten
Surround-Kombination wiederfindet. Dieser
spezielle Treiber für den Hochtonbereich sieht
zwar einem Bändchenhochtöner zum Verwechseln
ähnlich – die Optik täuscht jedoch, denn
dahinter steckt eine ganz andere Technologie.
So entwickelte der deutsche Physiker Dr. Oskar
Heil eine speziell gefaltete Membran – den
"Air Motion Transformer". Zwischen den Falten
verlaufen mäanderförmige Leiterbahnen, welche
bei anliegender Wechselspannung die Luft
aus den Falten pressen bzw. ansaugen. So wird
die umgebende Luft in Schwingung versetzt.
Ergebnis dieses Prinzips ist ein weiter Übertragungsbereich,
ein hoher Wirkungsgrad und ein gutes Impulsverhalten. Diese Technologie
wurde von Elac durch Neodym-Magnete und
Klebetechniken weiterentwickelt und befindet
sich mittlerweile in der dritten Generation.
Im Lieferumfang der Lautsprecher enthalten sind
passend zu jenem Tweeter die sogenannten Jet-
Dispersion-Control-Ringe. Dieser offenporige
Schaumstoff sorgt – um den Jet-Hochtöner installiert
– für eine breitbandige Absenkung des
Hochtonbereichs. Der Schaumstoffring sollte
dann installiert werden, wenn der Lautsprecher
in einer "harten" Schallumgebung eingesetzt
wird, so zum Beispiel bei gefliesten Fußböden
oder großen Fensterfronten. Auch die restlichen
Chassis bestechen durch eine ungewöhnliche
Optik. Die kristalline Oberfläche aus Aluminium
macht einen futuristischen Eindruck. Bei diesem
zum Patent angemeldeten Herstellungsverfahren
wird auf eine Zellstoffmembran der aus
Aluminium gefertigte Kristallaufsatz geklebt.
Daraus entsteht dann die bekannte Variante
einer Sandwich-Membran. Hohe Festigkeiten
und geringe Partialschwingungen sind das
Hauptmerkmal dieser Konstruktion. Ein Blick
auf die Rückseite verrät, dass es sich bei den
zwei Hauptlautsprechern "FS-249" um eine
Bassreflexkonstruktion handelt. Jedoch befindet
sich ab Werk auf der Bassreflexöffnung eine
Art Gummipfropfen, der je nach Bassbedarf
entfernt werden kann. Im unteren Segment
befindet sich eine zweite Bassaustrittsöffnung,
die zusätzlich tiefe Frequenzanteile in den Raum
befördert.
Auch bei der Frequenzweiche werden kaum
Kompromisse eingegangen. Das Dreiwegesystem
der beiden Frontlautsprecher wird mit
hochwertigen Komponenten und einer sehr
durchdachten Schaltung angetrieben. Dazu
wurde die Platine gesplittet und der Hoch-,
Mittel- sowie Tieftonbereich auf eine separate
Weiche ausgelagert. Ebenfalls besteht für den
ambitionierten Nutzer die Möglichkeit, den
Lautsprecher im Bi-Wiring-Verfahren zu betreiben.
Zählt man alle optischen und technischen
Merkmale zusammen, stellt man fest, dass in
diesem Lautsprechersystem sehr interessante
Innovationen aufeinandertreffen. Also schnell
an einen Verstärker angeschlossen und überprüft,
ob diese auch zu hören sind! |
Geradlinigkeit
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Bereits nach einigen klassischen und rockigen
Stücken stellt sich schnell heraus, dass wir es
hier mit einem sehr gut abgestimmten Lautsprecher zu tun haben. Besonders bei komplexen Klassikaufnahmen können die Elac punkten.
Eine saubere Wiedergabe fast über den gesamten
Frequenzbereich hinweg sorgt für eine detailgetreue
und sehr natürliche Darstellung. An
manchen Stellen jedoch wäre ein wenig mehr
Dosierung des Jet-Hochtöners wünschenswert
gewesen. Dennoch – hier wird definitiv auf Neutralität
gesetzt. Besonders bei der räumlichen
Darstellung und den Nuancen in der Tiefenstaffelung
machen die Lautsprecher einen hervorragenden
Eindruck. Die Orchesterfläche und der
gesamte Raum wirken natürlich und transparent.
Auch im Dynamikbereich spielen die Elacs
sehr überzeugend. So werden impulsive Passagen
ohne Weiteres gekonnt und raumfüllend
wiedergegeben. An leisen Stellen kann ein differenziertes
Klangbild punkten, welches dennoch
nicht an Dynamik verliert. Unverkennbar bringt
auch hier der Jet-Hochtöner laute Passagen sehr
verzerrungsfrei bis zum Hörpublikum.
Der Center und die Surround-Lautsprecher "CC
241" und "BS 243" sind laut Hersteller auf eine
dreidimensionale Abstrahlung ausgerichtet. So
verhalten sich die Satellitenboxen ebenfalls sehr
aufstellungsfreudig und können sogar direkt an
der Wand positioniert werden. Für den reinen
Stereobetrieb sollte man jedoch lieber auf die
größere Standvariante zurückgreifen, denn der
Bass geht in dem kleinen Zweiwegegehäuse ein
wenig unter.
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Dreidimensional
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Wenn man sich für die Elac-Kombination im
Wohnzimmer entscheidet, dann sollte man natürlich
auch entsprechend Platz einplanen. Die
"FS 249" benötigen als ein ausgewachsenes
Dreiwegesystem mindestens drei Meter Hörabstand.
Erst dann können sich Räume und Volumen richtig entfalten.
Ein weiterer klanglich wichtiger Punkt ist der Centerlautsprecher.
Seine saubere Wiedergabe der entscheidenden
Frequenzen für den Sprachbereich macht einen
sehr ordentlichen Eindruck. Besonders
eindrucksvoll ist dies bei Klavieraufnahmen zu
spüren. Ein sehr organisches Klangbild, das
nicht verschleiert wirkt, drückt regelrecht in die
Magengegend.
Im Surround-Betrieb wird das Stereogefühl
gekonnt auf eine Mehrkanalwiedergabe adaptiert.
So bemerkt man als Erstes die direkte
Dynamik in ganz besonderen Filmszenen. Leise
und ruhige Passagen werden differenziert dargestellt
und können durch eine luftige Atmosphäre
punkten. Wird es dann an einigen Stellen
lauter, so erscheint dies mit den Elacs nicht unangenehm.
Laute Dynamikbereiche werden im
Mehrkanalbetrieb kraftvoll umgesetzt.
Durch die gute Abstimmung der Front- und
Centerlautsprecher sowie des Subwoofers machen
auch die etwas bassarmen Surround-Boxen
eine sehr gute Figur. Die dreidimensionale
Wirkung zeigt sich besonders in sphärischen
und ruhigen Szenen.
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Puristen
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Spricht man in der Hi-Fi-Szene von Purismus,
dann geht das meist mit kühlschrankgroßen
Endstufen und riesigen Lautsprechern einher.
Die Linie "240" von Elac dagegen zeigt, dass
Purismus und eine neutrale Klangdarstellung
nicht in schrille und extravagante Gehäuse gepackt
werden muss. Die Lautsprecher spielen
bei Musik und Film dynamisch, verfärbungsarm,
präsent und teilweise analytisch im Hochtonbereich.
Auch wenn das Bassfundament noch
trockner und etwas knackiger hätte sein können,
so sind es nicht nur Liebhaberexemplare,
sondern vor allem Stücke für Neutralitäts-Genießer.
Selten findet man im Hi-Fi-Sektor Lautsprecher,
die so spielfreudig sind und sich dabei
so verfärbungsarm geben. Es sind Lautsprecher,
die ohne Nachdenken sofort Spaß machen –
und so sollte es sein. |

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