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Dali Mentor LCR

Als Mentor bezeichnet man normalerweise einen geistigen Anführer, der einen Unwissenden lehrt bzw. anführt. Der dänische Hersteller Dali zeigt mit der "Mentor LCR"- Serie, dass man dieses Prinzip durchaus auf einen Lautsprecher übertragen kann.



Dänische Delikatessen

Klarer Fall – die Fernseher werden immer flacher, dies zeigte der aktuelle Entwicklungsstand auf der diesjährigen IFA. Selbst bei vielen Lautsprecherschmieden setzt sich nach und nach ein Trend durch, den man so eigentlich nicht erwartet hat: Kompakte 2.1- und 3.1-Systeme stehen in der Gunst der Hersteller ganz oben. Das ist zum Teil der Tatsache geschuldet, dass die immer schlanker werdenden Displays mit zunehmend schlechterem Klang einhergehen. Dali will mit einem kompakten Heimkinosystem, das nicht nur guten Klang verspricht, sondern obendrein noch modular erweiterbar ist, die akustischen Löcher stopfen. Die "Mentor LCR"-Serie besteht, wie es der Name bereits verrät, aus drei identischen Lautsprechern für die vorderen drei Kanäle. Diese können sowohl stehend als auch liegend betrieben werden. Dem Nutzer bleibt es dabei selbst überlassen, ob er noch um zusätzliche Surround-Boxen für die rückwärtigen Kanäle aufstockt.

Duales Prinzip

Kurz nach dem Auspacken fällt sofort die Kombination aus Hochtonkalotte und Bändchenhochtöner ins Auge. Für den tiefen und mittleren Tonbereich sorgt das im klassischen Braun gehaltene Chassis. Diese Färbung kommt durch ein spezielles Tränkungsverfahren der Papiermembran zustande, wobei zusätzlich Holzspäne beigemischt werden. Diese mechanischen Feinheiten sorgen für eine hohe Steifi gkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht. Das exakte Impulsverhalten, das das Tief-Mitteltonchassis an den Tag legen kann, bestätigt sich im späteren Hörtest.

Die eigentliche Besonderheit besteht in dem eher unklassischen Aufbau von Gewebekalottenhochtöner in Kombination mit einem Bändchenhochtöner. Die durch eine ausgeklügelte Frequenzweiche erreichte Teilung der hohen Signalanteile sorgt so für ein sehr breites Abstrahlverhalten im Hochtonbereich und ist für den Einsatz im Heimkino nahezu ideal. Die Lautsprecher können sowohl liegend als auch stehend betrieben werden und eignen sich für die Installation an einer Wand bzw. neben, über oder unter dem Fernseher oder der Leinwand. Für den liegenden Betrieb kann das Bändchentöner- Chassis gedreht werden, da nur so ein optimales Abstrahlverhalten erreicht wird. Der Bändchenhochtöner übernimmt die hohen Frequenzen ab ca. zwölf Kilohertz, was dem kritischen Abstrahlbereich auf angenehme Weise deutlich entgegenwirkt.

Im Tieftonbereich sorgt der serieneigene Subwoofer für das richtige Fundament im Heimkino sowie für die Tieftonunterstützung der restlichen "Mentor"-Lautsprecher. Bei der Aufstellung der Boxen zeigt sich in unserem Test, dass man die stehende Variante aufgrund der symmetrischen Chassis-Anordnung bevorzugen sollte. Beim Center spielt dieser Punkt eine eher untergeordnete Rolle. Die dafür vorgesehenen Halterungen und Anschlussterminals machen einen sehr soliden und langlebigen Eindruck. Integrierte Kabelkanäle verbergen die Signalzuführung, Bananenstecker sind aufgrund der schlanken Bauweise nicht zu empfehlen, da die Wandmontage unter Umständen durch abstehende Steckerverbindungen verhindert wird.

Spektrum

Gleich bei den ersten Hörtests bestätigt sich die sehr gute Richtungsabstrahlung des gesamten Systems. Dabei muss nicht zwangsläufig der Lautsprecher auf den Hörplatz angewinkelt werden. Der sogenannte Sweetspot versorgt ein recht großes Gebiet, was im Mehrkanalbetrieb deutlich das Vergnügen aller Beteiligten hebt.

Bei reinen Stereosignalen – natürlich mit Unterstützung des Subwoofers – bemerkt man schnell, dass der Bändchenhochtöner sehr genau auflöst. Die Höhen treten bei einigen Musikstücken sehr deutlich zutage, was stellenweise etwas überdimensioniert erscheint. Trotz einer strukturierten Auflösung fehlt es den Dalis ein wenig an Tiefenstaffelung. Bei der sehr sauberen Abbildung des Stereobereichs kann man diesen Punkt jedoch verschmerzen. Natürlich kommen die "Mentor LCR" nicht ohne Subwoofer aus, da der untere Frequenzbereich trotz Bassreflexkonstruktion nicht sonderlich viele Tiefbassanteile liefern kann. Der 300 Watt starke Subwoofer, welcher mit einem 10-Zoll- Treiber bestückt ist, bietet eine vernünftige Versorgung für die Bereiche zwischen 30 bis 200 Hertz. Druckvoll und mit einer sehr guten Leistungsreserve verrichtet der schwarze Würfel seinen Dienst. Auch wenn bei einigen Musikstellen der Tiefbass ein wenig schwammig wirkt, so geht das Gesamtklangbild in Ordnung. Bei korrekter Einstellung des Subwoofers und in Kombination mit einem leistungsfähigen AV-Receiver machen die kleinen Dalis selbst großen Standboxen Konkurrenz. Lobend hervorzuheben: Dank des integrierten Displays und der Fernbedienung kann der Basslautsprecher bequem vom Sitzplatz eingerichtet werden.

Exklusives System

Die Dali "Mentor LCR" richten sich in Verbindung mit dem System-Subwoofer klar an den ambitionierten Heimkinofan, der nicht nur für Filme eine geeignete tonale Unterstützung sucht. Die sehr saubere Wiedergabe, die auch nicht bei komplexen Musikstücken schlapp macht, kann sich durchaus hören lassen. Vor allem die sorgenfreien Aufstellungsvarianten und die gewohnt hochwertige Verarbeitung machen optisch eine gute Figur. Wer sein Kino später aufrüsten möchte, der kann mit weiteren Lautsprechern der "Mentor"-Reihe zu einem Heimkinosystem erster Klasse nahtlos aufstocken. Die Produktpalette lässt dabei kaum Wünsche offen.





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