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Panasonic HDC-SD9

Auch bei Panasonic ist Mini zurzeit Maxime. Der neue 3CCD-Chipper mit Speicherkartenaufzeichnung folgt dem allgemeinen Miniaturisierungstrend und präsentiert sich ausgesprochen taschenfreundlich. Und als ob klein allein nicht reichen würde, spendieren die Japaner der SD9 noch eine komplette 5.1-Audioabteilung.



Klein, kleiner, SD9

Hübsch ist sie ja, die kleine Panasonic und sie liegt gut in der Hand – zumindest wenn die Besitzerhände nicht übermäßig groß geraten sind. Nach dem Auspacken fällt zunächst die Reduzierung von Bedienelementen am schicken Gehäuse auf. Dass es noch mehr zum Drücken und Schalten gibt, wird erst klar, wenn der LCD-Monitor aufgeklappt ist. Die meisten Tasten liegen darunter versteckt, was prinzipiell in Ordnung ist. Leider wurde auch die Menüsteuerung dorthin verbannt. Bisher war die Platzierung des Joysticks auf der Rückseite von Panasonic-Camcordern ausgesprochen ergonomisch. Die kompaktere Bauweise und einhergehende Neuordnung der Bedienelemente machen der Benutzerfreundlichkeit hier einen Strich durch die Rechnung. Der Navigationsknopf neben dem LCD ist zu flach und bietet zu viel Widerstand, als dass man ihn unangestrengt bedienen könnte. Hinzu kommt, dass durch die Lage des Joysticks neben dem Monitor selbiger ständig durch die eigenen Finger verdeckt wird.

Abgesehen von ergonomischen Problemen beherbergen die Tasten der SD9 ein paar wirklich interessante Funktionen. Ein Druck auf die kleine Taste "Pre-Rec" bringt die Kamera dazu, fortlaufend Video im internen Speicher zu puffern. Drückt man die Aufnahmetaste, beginnt die SD-Aufzeichnung mit etwa drei Sekunden Vorlauf. Im Klartext: Wenn Sie wieder mal zu spät die Aufnahmetaste gedrückt haben, können Sie sich beruhigen, denn die Speicherung hat schon drei Sekunden vorher angefangen. In direkter Nachbarschaft zum "Pre-Rec" liegt die Taste zur Aktivierung der Gesichtserkennung, einer Funktion, die mittlerweile verstärkt bei Camcordern Einzug hält. In unserem Test funktionierte das System zur besseren Ausleuchtung und Schärfejustierung von Gesichtern gut. In aktiviertem Zustand konnte die SD9 in einer Gesprächsrunde mit ungünstiger Seitenbeleuchtung die Mimiken der Protagonisten um einiges besser darstellen.

Rechthaber

Das übersichtliche Menü der SD9 hält noch weitere Funktionen bereit, die es auszuprobieren gilt. Ein sinnvolles Feature ist die Zebrafunktion, die überbelichtete Bildteile im LCD-Monitor schraffiert und so auf mögliche Qualitätseinbußen bei der Aufnahme hinweist. Der Menüpunkt "Aufnahmehilfe" aktiviert eine intelligente Kontrollfunktion, die dem Nutzer in verschiedenen Situationen Hinweise auf dem Monitor einblendet. So wird gemeldet, wenn einen Schwenk zu schnell durchgeführt wird oder wenn es besser wäre, die Dämmerlichtfunktion einzuschalten. Trotz unserer Skepsis im Vorfeld – die intelligente Hilfe hat ihre Daseinsberechtigung und das nicht nur im Umfeld von Video-Einsteigern. Auch für frisch gebackene SD9-Besitzer, die noch etwas zum Umgang mit der Kamera dazulernen wollen, kann die Funktion von Nutzen sein. Komplettiert wird der Reigen kleiner Helferlein durch die Farbbalkenausgabe zur Bildschirmkalibrierung sowie die Hilfslinieneinblendung zur Kontrolle der Kameraneigung. Verschiedene Szenenprogramme und manueller Weißabgleich sind vorhanden, ebenso die Möglichkeit, Blende, Belichtung und Fokus manuell einzustellen – theoretisch. Denn der ungünstig platzierte Joystick macht die manuelle Bildangleichung zur Geduldsprobe.

Tagaktiv

Der erste Bildeindruck ist gut. Den drei 1/6" CCDs kann man trotz ihrer geringen Größe gute Arbeit bei der Realisierung der vollen HD-Auflösung bescheinigen. Hält man sich vor Augen, dass das Bild hier aus dreimal 520 000 Bildpunkten interpoliert werden muss, ist der Schärfeeindruck überzeugend, wenn auch nicht überragend.

Panasonic hat bei der SD9 den verwendeten AVC-HD-Codec aufgebohrt und gönnt dem Videostream in der höchsten Qualitätsstufe eine Bandbreite von satten 17 Mbit/s, was der Bildqualität natürlich zugutekommt. Trotzdem lässt sich die geringe Größe der CCDs beim aktuellen Modell nicht verbergen. In lichtstarken Umgebungen neigt der Camcorder zu Übersteuerungen – sehr helle Objekte erfahren keine Kontrastabstufung mehr, sondern werden flächig weiß dargestellt.

Dagegen macht sich bei zunehmender Dunkelheit ein merkliches Bildrauschen breit. Zum Einfangen von Abendatmosphäre oder für Aufnahmen in Innenräumen ist die Panasonic damit weniger zu empfehlen. Das mäßige Lowlight- Verhalten zwingt den Winzling hier ziemlich schnell in die Knie.

Die Farben wirken stark saturiert und neigen hier und da zur Übersättigung. Auch der LCDMonitor war in unserem Test trotz guter Statusanzeigen kein Freund natürlicher Farben und Kontraste. Der optische Bildstabilisator kann dagegen auch bei der SD9 voll überzeugen. Selbst in der maximalen zehnfachen optischen Zoomstufe bleiben Aufnahmen ohne Stativ meist wackelfrei. Der Camcorder bietet insgesamt vier Qualitätsstufen, wobei die niedrigste eine Auflösung von 1 440 × 1 080i besitzt. Die drei ersten Stufen kommen in Full-HD daher, zumindest dann, wenn man den "25pDigital Cinema"-Modus für Vollbildaufzeichnung aktiviert. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, denn die Bilder ruckeln bei Kameraschwenks sichtbar. Für Stativaufnahmen ist der 25p-Modus jedoch hervorragend geeignet – klare und scharfe Details lassen sich auch bei bewegten Objekten gut ausmachen.

Klangvoll

Im Gegensatz zum Vorgängermodell SD5 mit klassischem Stereomikrofon besitzt das neue Modell jetzt eine komplette 5.1-Audioabteilung mit entsprechender Mikrofonausstattung. In unserem Test auf einem Heimkinosystem ließ sich der AC3-Ton zwar aus allen fünf Satelliten vernehmen, kinomäßigen Surround- Sound kann man allerdings nicht erwarten. Das Mikrofon-Setup der SD9 reicht nicht aus, um Stimmen oder Geräusche klar orten zu können. Abgesehen davon zeigt der Camcorder jedoch ein sehr ordentliches Klangbild. Auf Anschlüsse für Mikrofon oder Kopfhörer hat Panasonic leider verzichtet, und überhaupt ist es mit der Connectivity der SD9 so eine Sache. Mitgeliefert werden nur USB-, Komponenten- und Composite-Kabel. Ein HDMI-Kabel sucht man vergeblich und der zugehörige Mini-HDMI-Anschluss wurde leider ausgerechnet unter dem Akku der Kamera versteckt, sodass eine Nutzung der Schnittstelle nur im Netzbetrieb möglich ist. Gleiches gilt für USB: kein Dosenstrom, keine PC-Verbindung. Nichts auszusetzen hatten wir dagegen am gut verständlichen, deutschen Handbuch. Für die Weiterverarbeitung der AVCHD-Daten am PC liegt die Software "HD Writer 2.5E" sowie eine Probierversion von "Pinnacle Studio Plus" bei.

Fazit

Die kleine SD9 bietet bei geringer Größe viel fürs Geld. Gute Hilfefunktionen und nette Extras wie Gesichtserkennung, Pre-Recording oder 5.1-Sound zeichnen den Camcorder aus. Hervorzuheben ist auch der ausgezeichnete optische Bildstabilisator, der die meisten Aufnahmen selbst in hektischen Momenten vor Bildwachlern bewahrt. Als Reisebegleiter oder zur Aufzeichnung von Sportaufnahmen ist die SD9 deshalb glänzend geeignet.





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