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Sony HDR-SR11E
| Im direkten Vergleich zu unseren beiden anderen Testkandidaten muss die HDR-SR11E von Sony schon fast als Klotz bezeichnet werden. Offenbar ist Sonys Ansatz zur Vermarktung des mitentwickelten AVCHD-Standards ein anderer als der vieler Konkurrenten. |

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Auf der Überholspur
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Entgegen dem Trend der zunehmenden Gehäusekomprimierung gibt sich Sonys SR11E ausgesprochen üppig in der Ausstattung: 60-GB-Festplatte, klassischer Sucher, aktiver Zubehörschuh oder "Cam Control"- Regler fordern sichtlich viel Gehäuseplatz und machen den Camcorder nicht unbedingt zu einem Leichtgewicht. Aber genau dieses Wuchtige in der Erscheinung vermittelt den Eindruck von Kompetenz und Leistungsstärke. Nach dem ersten Aufklappen des LCD-Monitors müssen zunächst einmal Datum und Uhrzeit eingestellt werden. Zeit für eine erste Lektion in Sachen Touchscreen, dessen Bedienung uns keinerlei Probleme bereitete. Dafür erfordert das sehr umfangreiche Menü eine gewisse Eingewöhnungszeit. Das Display mit seiner 8-cm-Bildschirmdiagonalen besticht durch ein Höchstmaß an Schärfe und Farbtreue. Glaubt man den Angaben des Herstellers, hat der Monitor eine Auflösung von 1 920 × 480 Pixeln, was zumindest in der Horizontalen eine 1:1-Umsetzung der HD-Videoauflösung bedeuten würde. Auf jeden Fall entgeht Ihnen mit diesem Display kein Bilddetail mehr.
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Am Rad gedreht
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Bleiben wir kurz bei der Kamerasteuerung. Da die meisten Funktionen der SR11E über den Touchscreen ausgeführt werden, hält sich die Anzahl sonstiger Tasten am Gerät in Grenzen. Bis auf den Schalter zur Aktivierung des Nightshot- Modus entsprechen die Bedienelemente den üblichen Standards. Ein paar mehr Funktionsknöpfe oder ein Fokusring hätten dem Camcorder angesichts seiner Größe sicher nicht geschadet. Ein echtes Highlight hält die Sony Kamera dennoch bereit. Der schon erwähnte Drehregler an der Gehäusefront nennt sich "Cam Control" und ist eine Art Kompromiss zum fehlenden Fokusring. Der kleine Regler kann dafür gleich mit mehreren Funktionen belegt werden, dazu gehören neben der Fokussteuerung die manuelle Einstellung von Bildhelligkeit und Weißabgleich. Zwar muss zum Wechsel der Funktion auf dem Rädchen immer wieder im Menü gesucht werden, angesichts der unsäglichen manuellen Kontrollmöglichkeiten anderer Camcorder ist der Drehregler aber eine wirkliche Erleichterung. Manuelle Einstellungen der Bildparameter können bei der SR11E auch im Menü vorgenommen werden, wobei das drucksensitive Display besondere Möglichkeiten zur Bedienung erlaubt. So lässt sich die Belichtung der Szene anhand eines beliebigen Objekts im Bild ausrichten, indem man es auf dem Touchpad einfach berührt. Genauso kann der Fokus anhand eines frei wählbaren Bildpunktes eingestellt werden.
Trotz umfangreicher und intuitiver Kontrollmöglichkeiten besitzt die manuelle Steuerung der SR11E ihre Grenzen. So lassen sich zwar Weißabgleich, Bildhelligkeit und Fokus wunderbar manuell aussteuern, die Belichtungszeit des Vario-Sonnar-Objektivs lässt sich aber nirgends justieren und numerische Werte für Blende und Verschluss werden ebenfalls nicht präsentiert. Eine echte Kontrolle der Belichtungsparameter – die selbst bei Camcordern im Einsteigerbereich geboten wird – ist mit der SR11E nahezu unmöglich. Innerhalb der klar gesteckten Consumer- Grenzen bietet das Sony-Modell jedoch beinahe alles, was das Herz begehrt. Da wären beispielsweise die Zeitlupenfunktion, Gesichtserkennung, Nightshot-Modus, Zebra- und Hilfslinieneinblendung, xvYCC-Farbraum sowie diverse Belichtungsprogramme. Zur Aufzeichnung bietet die HD-Kamera verschiedene Qualitätsstufen für HD-Video (1 080i) und SD-Video (720 × 576i) an. HD-Video kann wahlweise in 1 920 × 1 080 oder in 1 440 × 1 080 mit 50 Halbbildern aufgezeichnet werden. Echtes Progressive Scan mit 25 Vollbildern ist nicht möglich –durch ein spezielles mechanisches Shutter-System entfallen aber die Interlace-typischen störenden Eigenschaften wie Bewegungsunschärfe oder Kammbildung. |
Höhenflieger
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Bei der Qualität der Bilder spielt die Sony in der obersten Liga der AVCHD-Camcorder. Die Bildkomprimierung arbeitet sehr sauber und zeigt in der höchsten Qualitätststufe (19 Mbit/s) keine sichtbaren Fehler wie Komprimierungsartefakte oder Nachzieheffekte. Es scheint, als wolle Sony endgültig mit dem Vorurteil aufräumen, das AVCHD-Format unterliege qualitativ dem HDV-Erzfeind.
Das eigentliche Herzstück bei Sonys jüngstem Spross ist das Gespann aus 1/3.1"-CMOS-Chip und BIONZ-Bildprozessor. Die Sony lieferte uns damit durchweg scharfe und detaillierte Bilder. Die Farben wirken natürlich, leuchtend, aber nicht übersättigt. Kameraschwenks und bewegte Objekte erzeugten vergleichsweise wenig Unschärfe und auch im Lowlight-Bereich spielt die SR11E ganz vorne mit. Innenaufnahmen mit reduzierter Beleuchtung meistert die Sony problemlos. Erst bei zunehmender Dunkelheit setzt ein merkliches Bildrauschen ein, wobei Kontrast und Farbe noch lange im grünen Bereich bleiben.
Auch an Sonys optischem Bildstabilisator "Steady Shot" bei dem ist aktuellen Modell nichts auszusetzen, leichte Wackler werden problemlos gedämpft. Schwierigkeiten bereitete in unserem Test dagegen manchmal der Autofokus, der zeitweise zu lang zum Fokussieren einer Szene benötigte.
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Fazit
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| Mit über 1 000 Euro ist die Sony SR11E der teuerste Camcorder, den wir in dieser Ausgabe getestet haben. Dafür bekommt der Käufer allerdings ein Spitzenprodukt im Bereich aktueller AVCHD-Aufzeichner. Die Austattung ist üppig, das Handhabung ist sehr gut und die Bildqualität weiß in jeder Hinsicht zu überzeugen. Anspruchsvollere Hobbyfilmer, für die Größe und Gewicht nur eine untergeordnete Rolle spielen, sind mit der SR11E bestens beraten. |

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