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Sony VPL-VW200
| Vor fünf Jahren definierte Sonys "Qualia"-Serie den neuen Maßstab im Heimkino. Unter der schlichten Namensgebung "Qualia 004" erschien ein 30 000 Euro teurer Edelprojektor, der seinesgleichen suchte. Mit dem "Bravia VPL-VW200" steht nun der jüngste Nachfolger des Prestigeobjekts bereit. |

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Vorreiterrolle
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Das kernige Gewicht von 20 Kilogramm, ein extravagantes Design, üppige Maße und die selten anzutreffende Xenon-Beleuchtung lassen viele Elemente des großen "Qualia"-Vorbildes erkennen. Beim Auspacken dürften die Augen der Besitzer immer glänzender leuchten, denn kaum ein Projektor für den Heimkinogebrauch wirkt edler. Die vollständig motorisierte Optik mit Gläsern von Carl Zeiss gehorcht auf Tastendruck, nur die Blende aus Kunststoff hätte in Metall noch hochwertiger gewirkt.
Das Bild kann um 100 Prozent vertikal verschoben werden, horizontal ist nur ein kleiner Spielraum gegeben, der zudem mühsame Handarbeit voraussetzt. Der Lüfter verrichtet nahezu unhörbar seine Dienste, die Luftzirkulation ist angesichts der immensen Größe optimal gewährleistet. Auf Wunsch können Sie den Projektor bequem mit Ihrem Computer fernsteuern oder Feineinstellungen vornehmen. Selbstverständlich für diese Preisklasse sind zwei HDMI-Eingänge sowie eine 12-Volt-Buchse zur Leinwandsteuerung.
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Vertrautes Zuhause
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Sollten Sie Erfahrungen mit Sony-TV-Modellen besitzen, so werden Sie sich im Menü des "VPL-VW200" schnell zurechtfinden. Auf die neumodische "XMB"-Oberfläche der aktuellen Generation müssen Sie zwar verzichten, doch dank sinnvoller Gliederung und meist selbsterklärender Begriffe sind die richtigen Einstellungen schnell gefunden.
Die millimetergenaue Abstimmung der Panels für die drei Grundfarben ist für eine optimale Schärfe Pflicht. Um etwaige Abweichungen im Nachhinein ausgleichen zu können, gibt Ihnen Sony ein ausgefeiltes Justierungsmenü mit auf den Weg. Sollte am linken oberen Bildrand eine Farbverschiebung erkennbar sein, können Sie diese mit wenigen Handgriffen eliminieren. Leider erweist sich das System in der Praxis als trügerisch: Trotz perfekter Justierung des Testbildes können weiterhin Farbverschiebungen auftreten. Ähnliche Probleme bereitet die manuelle Einstellung der Farbtemperatur. Zwar können für Rot, Grün und Blau getrennte Feinjustierungen vorgenommen werden, doch im Spitzenweiß und bei Schwarzflächen zeigt die Korrektur keine Wirkung. Die Folge: Mittlere Graustufen wirken neutral, Schwarz und Weiß erscheinen verfärbt. Eine bessere, weil über alle Bereiche eingreifende Nachbearbeitung bietet die beiliegende Gamma-Software. |
Genial im Detail
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Sonys Koloss erzeugt mittels eingefügter Zusatzbilder auf Wunsch weichere Aufnahmen und nimmt den Kinofilmen das typische Ruckeln (Film-Judder). In zwei Stufen können Sie die Nachbearbeitung dosieren, die niedrige Einstellung reduziert das Kinoruckeln und bewahrt dennoch den Filmeindruck. Je nach Bildszene kann es allerdings vorkommen, dass die Nachbearbeitung nicht sofort anspricht und ein kurzes Zittern der geglätteten Bewegung vorangeht. Um neben der Bewegung die Bildschärfe signifikant zu verbessern, greift Sony zu einem zweiten Trick: Auf jedes Bild folgt ein Schwarzbild. Pluspunkt für unsere Wahrnehmung: Selbst bei starken Schwenks bleiben alle Details sichtbar, Unschärfen im Bild treten nicht auf. Dennoch birgt dieser Vorteil ein großes Manko: Das Bild flimmert stark und verliert an Leuchtkraft. Für entspannte Filmabende und große Bilddiagonalen ist die verbesserte Bewegungsdarstellung damit nur die zweite Wahl. Schalten Sie die Filmprojektion aus, wirkt das Geschehen flimmerfrei und leuchtstark, aber Bewegungen erscheinen verschwommen.
Ohne Kritikpunkte zeigt sich die Farbabbildung. Wer viel Geduld und Messerfahrung mitbringt, kann alle Primär- und Sekundärfarben dem gewünschten Standard angleichen. Sogar die Leuchtkraft der Farben konnten wir binnen weniger Minuten exakt auf das Eingangsmaterial abstimmen und staunten über die angenehmste Farbabbildung aller Zeiten.
Die Achillesferse des Projektors ist die Qualität der Schwarzdarstellung und damit die des Bildkontrastes. Sonys Konzept einer ausgefeilten Iris, die sich in dunklen Bildszenen schließt und Restlicht minimiert, klappt zwar ordentlich, richtig plastisch wirkt der Bildeindruck aber nur selten. Zeigt sich die maximale Helligkeit prädestiniert für große Bilddiagonalen, schrumpft die sinnvolle Bildbreite angesichts des Lichtverlustes durch die Iris und der Schwarzbildeinfügung stark zusammen.
Es wird zwar nur wenige Nutzer geben, die den Projektor nicht mundgerecht in 1 080p oder 1 080p24 zuspielen, doch für diesen Fall konvertiert der "VPL-VW200" alle Aufnahmen in beeindruckender Schärfe auf die zwei Millionen Bildpunkte. Videomaterial profitiert von einer angemessenen Kantenglättung, Filmaufnahmen in 50 Hertz zeigen sich sichtlich nervöser.
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Mit Ecken und Kanten
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Sonys "VPL-VW200" ist in jedweder Hinsicht als extrem einzustufen. Das Quäntchen mehr an Farbtreue durch die Xenon-Beleuchtung wird teuer erkauft. Mit 560 Watt im Betrieb und 1 000 Euro Kosten für eine Ersatzlampe setzt der "Qualia"-Thronerbe einen zahlungsfähigen Kundenkreis voraus, der die Anfangsinvestition von 10 000 Euro tatsächlich nur als Anzahlung versteht.
Was dem "VPL-VW200" letztendlich fehlt, ist die Summe seiner in Teilbereichen exzellenten Stärken, um sich ganz nach vorn zu katapultieren. Ein faszinierendes Stück Technik, fernab jeder Vernunftfrage, ist der "VPL-VW200" dennoch. Den Geist der ehemals unerschwinglichen "Qualia"-Reihe trägt der Projektor stolz in seinem Inneren – hier entscheidet das Bauchgefühl über den Kauf, nicht der Kopf. |

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