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Panasonic DMP-BD50

Panasonics Mittelklasse-Player "DMP-BD30" zeigte eindrucksvoll, dass Blu-ray-Player günstig und hochwertig zugleich ausfallen können. Der "DMP-BD50" will mit einem Netzwerkeingang, BD-Live-Unterstützung und HD-Audio-Decodern das kleinere Modell nicht nur übertrumpfen, sondern sich selbst die Krone aufsetzen.



Filmerlebnis 2.0

Während die Filmstudios mit verspielter Menüführung und Internetunterstützung den DVDNachfolger Blu-ray ausreizen, gibt es bis auf Sonys Playstation 3 keinen Player, der alle Funktionen der Scheibe unterstützt. Bis jetzt, denn Panasonic veröffentlicht mit dem "DMP-BD50" ein voll ausgestattetes Abspielgerät, das sowohl die interaktive Darstellung als auch den Internetzugriff erlaubt. Im Gegensatz zum "DMP-BD30" kann das neue Modell die Blu-ray-Tonformate Dolby True HD und DTS-HD Master Audio nicht nur codiert weiterleiten, sondern auch entschlüsseln und per PCM-Strom analog wie digital an den Empfänger übertragen. Somit kommen Besitzer älterer AV-Receiver ebenfalls in den Genuss der neuen Tonformate, ein analoger Multikanaleingang reicht bereits aus.

Unsichtbarer Wandel

Äußerlich unterscheidet sich der "DMP-BD50" nicht von seinem kleineren Bruder, auch das Gewicht ist absolut identisch. Das Laufwerkgeräusch wird durch eine Klappe sehr gut gedämmt, der Lüfter ist nur unter Volllast oder bei ungünstiger Aufstellung wahrnehmbar. Der hinter einer Blende eingelassene SD-Kartenleser dient nicht nur zur Wiedergabe von Foto- oder Videodateien, sondern ist auch für den Internetzugriff vonnöten. In unseren Tests warnte uns der Player, dass der interne Speicher zu gering ausfällt und die zusätzlichen Funktionen nicht abrufbar sind. Erst der Einschub einer SD-Speicherkarte gewährte den Zugriff auf Bonusinhalte aus dem Netz. Aufgrund der niedrigen Preise für Speicherkarten hätte Panasonic diese Dreingabe unserer Meinung nach beilegen oder den internen Speicher erhöhen können.

Im Gegensatz zu den Fernsehermodellen müssen Sie nicht auf eine gedruckte ausführliche Anleitung verzichten. Das Bildmenü gestaltet sich nicht immer übersichtlich, teilweise verwirrt die Tastenzuordnung. Die Statusanzeige klärt leider nicht über die Güte der eingelegten Scheiben auf, eine Bitratenanzeige für Bild und Ton bleibt dem Nutzer verwehrt.

Über den Netzwerkeingang ist es zwar möglich, den Player mit neuer Software zu versorgen, im Praxistest schlug das Update auf die neueste Version jedoch fehl. Ein Anwählen des Menüpunktes zeigte keine Wirkung; ein Hinweis, dass die aktuelle Betriebssoftware aufgespielt ist, gab es nicht. Demgegenüber verlangte die im Internet veröffentlichte neue Firmware ein Update über eine am Computer erstellte CD.

Neben einer Vielzahl unterstützter Dateiformate, darunter das HD-Camcorder-Format AVCHD, erfreut der "DMP-BD50" mit einem flexiblen Lautsprechermanagement. Wessen AV-Receiver über den externen Multikanaleingang keine Anpassung der Lautsprecher erlaubt, kann die Lautsprechergröße, den Abstand und Pegel mittels Blu-ray-Player regeln. Allein die Unterscheidung zwischen großen und kleinen Lautsprechern fällt zu grob aus, denn Kompaktlautsprecher werden bereits bei 100 Hertz getrennt.

Spielfreude

In der Videoverarbeitung setzt der "DMPBD50" den hohen Standard des "DMP-BD30" fort. Bei Blu-rays erwartet Sie eine fehlerfreie Darstellung im originalen Kinoformat mit 24 Bildern. Neben vier wählbaren Bildmodi können Sie Kontrast, Schärfe, Farbsättigung und Rauschreduzierer manuell beeinflussen. Sollte Ihr Fernseher allerdings optimal eingestellt sein, besitzt die normale Standardeinstellung oberste Priorität. Film-DVDs spielt Panasonics Blu-ray- Player ebenfalls makellos ab. Weder auffälliges Kantenflimmern noch Unschärfen machten sich im Test negativ bemerkbar. Reserven besitzt die Bildverarbeitung jedoch in der Videodarstellung. Bonusmaterial sowie Camcorderaufnahmen zeigten Treppcheneffekte, teilweise grobe Konturen und Kantenflimmern.

In der Tonqualität liefert der Panasonic mit allen Quellen sehr gute Ergebnisse. CD-Aufnahmen können auf Wunsch mit einem Filter nachbearbeitet werden, die internen Decoder für Dolby True HD und DTS-HD Master Audio lassen keine Details vermissen. Die Fehlerkorrektur des Laufwerkes ist tadellos und selbst zerkratzte DVDs aus der Videothek zeigten nur selten Aussetzer. Gleichermaßen erfreulich fallen die Ladezeiten aus. Selbst Blu-rays mit aufwendiger Gestaltung starten nach rund einer Minute, einzig die Navigation innerhalb der Menüs geschieht meist verzögert, was vor allem in interaktiven Spielen Frust verursacht.

Apropos Frust: Die ersten Gehversuche im Internet gerieten trotz schneller Leitung zum Geduldsspiel. Dies ist aber nicht ausschließlich dem Player geschuldet, denn die bereitgestellten Server der Anbieter scheinen mit dem hohen Datenaufkommen bislang überfordert. Im Falle unserer Test-Blu-ray "Men in Black" mussten wir nicht nur den mehrminütigen Startprozess überstehen, sondern auch quälend lange Download-Zeiten überbrücken.

Fit für die Zukunft

Panasonics "DMP-BD50" ist für viele Heimkinofans das lang erhoffte Komplettpaket aus vollwertiger Blu-ray-Unterstützung, leisem Betriebsgeräusch und niedrigem Stromverbrauch. Die Bediengeschwindigkeit ist denen anderer Player überlegen, einzig Sonys Playstation 3 ist noch schneller.

Falls Sie die Internetfunktionen von Blu-rays in Zukunft auskosten möchten oder über einen älteren AV-Receiver verfügen, so ist der "DMP-BD50" eine klare Empfehlung. Alle anderen greifen hingegen zum günstigeren "DMP-BD30", der bis auf die Ausstattung mit dem großen Bruder identisch ist.





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