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Panasonic DMP-BD35

Nur wenige Monate nach dem Start der Modelle "BD30" und "BD50" stellt Panasonic eine überarbeitete Version seiner Player bereit. Der "DMP-BD35" ist dabei die interessanteste Neuvorstellung, denn als erstes Modell unter 400 Euro bietet der Blu-ray-Player Vollausstattung pur.



Energiebewusst genießen

Panasonics aktuelle Player-Generation gehört zu den grazilsten Blu-ray-Playern ihrer Art. Mit knapp 2,5 Kilogramm Gewicht und einer Bauhöhe von fünf Zentimetern passt der "BD35" in die kleinste Heimkinolücke. Die Ausstattung hat gegenüber dem Vorgänger weiter zugenommen. Der Netzwerkanschluss auf der Rückseite deutet es an: Panasonics Neuzugang unterstützt nicht nur Bild-in-Bild-Funktionen nach dem BD-Standard Profile 1.1, sondern auch den Internetzugriff via Profi le 2.0. Weiterhin sind alle aktuellen Decoder für Dolby True HD und DTS-HD Master Audio integriert, der Player leitet die Signale via Bitstream oder uncodiert im 7.1-PCM-Format über die HDMI-Schnittstelle zum Audioreceiver. Bei letzterer Übertragung stehen Ihnen drei Nachbearbeitungsprogramme zur Auswahl, die dem Quellmaterial behutsam zu mehr Lebendigkeit verhelfen. Gerade bei mäßig produzierten Musikscheiben ist dies zu empfehlen. Auf einen analogen Mehrkanal- sowie digitalen Koaxialausgang müssen Sie verzichten, ein USB-Eingang würde die Ausstattung zusätzlich abrunden.

Zügig unterwegs

Innerhalb weniger Monate hat sich die Geschwindigkeit der Blu-ray-Player dramatisch erhöht. Der "BD35" startet aufwendige Bildscheiben binnen 60 Sekunden und stellt Bonusspiele in angemessener Geschwindigkeit dar. Das Laufwerk verkraftet selbst stark beanspruchte Scheiben und lässt sich nicht durch Aussetzer aus der Ruhe bringen. Die Startzeit und Navigation könnten dagegen ein wenig flotter vonstattengehen. Der Geräuschpegel des Laufwerks ist nur während des Einleseprozesses auffällig, im Betrieb ist der Player nur aus nächster Nähe zu orten. Die Vorgänger konnten mittels einer Kunststoffblende die Geräusche allerdings etwas effektiver dämmen. Den geringen Durchschnittsverbrauch von unter 20 Watt verdankt der Player seinem neuen Hauptprozessor, der nun alle verarbeitenden Funktionen in sich vereint. An der Bedienstruktur hat sich nichts geändert, das Menü wirkt dezent veraltet und könnte neben grafischen Symbolen eine bessere Auflösung an den Tag legen. Die Tastenbelegung der Fernbedienung und Abstimmung des Bildmenüs sind nicht immer logisch. Im DVDBetrieb vermissten wir eine Titelmenü-Taste, die neben dem Hauptmenü auch die entsprechenden Unterseiten öffnet. Weiterhin unnötig erscheint uns der knapp bemessene Speicher, der für BD-Live-Anwendungen eine SD-Karte zwingend voraussetzt.

Fehlerfrei in Bild und Ton

Mögen Freunde von metallenen Ungetümen angesichts der Kunststoff-Leichtbauweise des "BD35" die Nase rümpfen – weder in Sachen Bild- noch Tonqualität gibt sich der Player eine Blöße. Die DVD-Darstellung erfreut mit exzellenter Schärfe und hoher Bildruhe. Filmszenen kombiniert der Player meist automatisch zu einem flimmerfreien Ganzen. Sollte die Bildelektronik aus dem Takt geraten, hilft das Erzwingen des Filmmodus. Videomaterial wird zwar merklich verbessert, doch leichtes Kantenflimmern und Konturprobleme ziehen gegenüber der Filmdarstellung den Kürzeren. Bei Blu-rays zeigt der "BD35" sein ganzes Können und liefert butterweiche und detailgetreue Kinosequenzen in bester 1 080p24-Qualität. Liegt das Ausgangsmaterial nur in 1 080i vor, neigen Konturen zum leichten Ausfransen.

Stark im Detail

Messtechnisch gibt es nichts zu bemängeln, die Farbtreue und Graustufenabbildung entsprechen der eingespeisten Quelle. Ähnlich Sonys Playstation 3 wandelt der Panasonic die 8-Bit-Farbtiefe der Filmscheiben auf zwölf Bit, um weichere Farbabstufungen zu generieren. Vorteile bringt dies in der Praxis kaum, da aktuelle Flachbildfernseher eine gleichwertige Nachbearbeitung vornehmen. Tonal gibt sich das schlanke Abspielgerät absolut neutral und weder über Bitstream noch mittels interner PCM-Wandlung sind Schwächen hör- oder messbar. Fast schon selbstverständlich produziert der Player mustergültige Frequenzgänge und kaum noch messbare Klirrfaktoren. Wer sich von der etwas biederen Optik nicht beirren lässt, wird selbst für deutlich mehr Geld keinen besseren Datenlieferanten finden. Verbesserungspotenzial besitzt die Qualität der Nachbearbeitung. Der Player gibt Ihnen zwar den Freiraum, Farbtreue, Kontrast und Schärfe zu beeinflussen, doch eine intelligente Bildverarbeitung könnte die Dinge in Zukunft noch vereinfachen. Speziell die Rauschfilter wirken nicht effektiv genug und erzeugen eine verminderte Detailschärfe. Hier haben spezialisierte Bildprozessoren die Nase vorn. Erste Gehversuche mit BD-Live erwiesen sich als wenig aufregend, was hauptsächlich dem unspektakulären Bonusmaterial der aktuellen Scheiben geschuldet ist. Die passende SD-Karte vorausgesetzt, spielte der "BD35" alle Bonuselemente fehlerfrei ab.

Mehr als ein Facelifting

Während Besitzer des Panasonic "DMP-BD50" nicht neidisch auf den neuen "BD35" blicken müssen, stellt der Nachfolger des "BD30" seinen Vorgänger in den Schatten. In der Bild- und Tonqualität ist die neue und alte Generation zwar gleichauf, doch die kompakteren Maße und der verschwindend geringe Energiebedarf ist für einen Blu-ray-Player einmalig. Falls Sie sich bislang noch nicht zum Kauf eines reinen Abspielgerätes für den DVD-Nachfolger durchringen konnten, ist hier die uneingeschränkte Einstiegsempfehlung. Ihre alte Filmsammlung brauchen Sie zudem nicht auszusortieren, denn DVDs zeigt Panasonics Blu-ray-Wunder ebenfalls von der schillerndsten Seite.





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