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Sony BDP-S550

Knapp ein Jahr ist es her, als wir den Blu-ray- Player "BDP-S500" von Sony testeten. Das Fazit damals: zu teuer und zu langsam. Mit dem rundum verbesserten "BDP-S550" nahm sich Sony sämtlicher Kritik an und präsentiert einen der besten Player für das neue Format.



Ein neuer Anfang

Das Design und die Verarbeitung wirken einen Tick hochwertiger als bei der direkten Konkurrenz und der Fernbedienung wurde eine praktische Hintergrundbeleuchtung spendiert. Obwohl das Design wie beim Vorgänger "BDP-S500" durchweg edel wirkt, fehlt dem Nachfolger ein kleines Detail: Die Laufwerkblende fährt nicht länger behutsam nach unten, sondern wird von der Lade einfach weggedrückt. Statt eines internen Speichers legt Sony allen Modellen einen speziellen Speicherstick mit einem Gigabyte Kapazität bei. Der Steckplatz auf der Rückseite kann neben dem ungewöhnlichen Speichermedium herkömmliche USB-Datenträger aufnehmen und somit beliebig erweitert werden. Zur Bildausgabe stehen eine HDMI- und eine Komponentenschnittstelle zur Verfügung, die Tonausgabe erfolgt wahlweise analog via 7.1- Ausgang oder digital. Eine manuelle Verzögerung, um Bild und Ton aufeinander abzustimmen, komplettiert die gute Ausstattung.

Code entschlüsselt

Verbinden Sie den Player mit einem Netzwerkkabel, können Sie die aktuelle Software aufspielen, wodurch der Player alle Tonformate decodiert und über den analogen Tonausgang oder HDMI in PCM-Form zum Audioreceiver weiterreicht. In unseren Tests meisterte der "BDP-S550" sowohl Dolby True HD als auch DTS-HD Master Audio fehlerfrei, jedoch gibt es über HDMI eine kleine Einschränkung. Besitzen Sie einen AV-Receiver mit HDMI-1.3, leitet der Player die Tonformate in codierter Form weiter. Ist der Audioreceiver nicht in der Lage, die neuen Tonformate der Blu-ray zu entschlüsseln, so decodiert der Player das Signal und gibt es verlustfrei in PCM-Form aus. Dies erfolgt allerdings über eine automatische Erkennung und kann in der Praxis zu Problemen führen. So decodierte der Player in unserem Test mit einem AV-Receiver die DTS-HD-MA-Tonspur vorbildlich und leitete sie als PCM-Strom weiter, an einem anderen Receiver schaltete er jedoch auf den datenreduzierten DTS-Strom um. Irreführend: Die Dynamikbegrenzung muss auf "gesamter Bereich" geschaltet werden, sonst klingt das Ergebnis flau. Abseits der DVD- und Blu-ray-Darstellung bietet Sonys Player nur geringes Entfaltungspotenzial: Fotos auf CD und AVCHD-Daten stellen kein Problem dar, via USB-Stick schlägt eine Zuspielung dagegen fehl. Auch dem einst geförderten Super-Audio-CD-Format erteilt Sonys Blu-ray-Player eine Abfuhr, komprimierte Musikdaten oder DivX-Videodateien sind ebenfalls tabu.

Schnell, einfach, schön

Die aus der Playstation 3 bekannte XMB-Oberfläche wurde eins zu eins übernommen und leidet im Gegensatz zu den aktuellen Fernsehmodellen unter keinerlei Rucklern oder Verzögerungen. Die Handhabung der Voreinstellungen und während der Filmwiedergabe abrufbaren Optionen gestaltet sich optisch ansprechend und flink. Das Laufwerk macht zwar bei Datenzugriffen auf sich aufmerksam, läuft aber im normalen Betrieb ausreichend ruhig und die Geschwindigkeit des Players gehört zum Besten, was der Markt bislang zu bieten hat. Durch die gute Fehlerkorrektur schreckt das Laufwerk sogar vor beanspruchten Videotheken- DVDs nicht zurück. Einzig das ruckartige Spulen und der im DVD-Betrieb sichtbare Layer-Wechsel trüben das sehr gute Gesamtbild. Der Lüfter rotiert nur, wenn die Temperatur im Inneren ansteigt. Obwohl die Geschwindigkeit des Players sehr hoch ausfällt, ist der Energiebedarf verschwindend gering, im Blu-ray-Betrieb sinkt die Leistungsaufnahme auf 16 Watt. Eine Schnellstartfunktion verringert die Wartezeit beim Start, erhöht aber den Stand-by-Verbrauch.

Qualitätsmaßstab

Sonys Bildverarbeitung leistet sich im Filmbetrieb keinerlei Ausrutscher und erzeugt sowohl mit DVDs als auch Blu-rays messerscharfe Aufnahmen mit geschmeidigen Bewegungen ohne Kantenflimmern. Dabei spielt es keine Rolle, ob Film- oder Videomaterial vorliegt, die automatische Erkennung liefert jederzeit fehlerfreie Bilder. Weniger gelungen ist die Reduzierung des Bildrauschens – trotz drei wählbarer Optionen. Weiterhin ermöglicht es der Player, die Bildschärfe, den Kontrast, die Helligkeit und sogar den Helligkeitsanstieg zu beeinflussen. In feinen Schritten passen Sie den Gammawert exakt den eigenen Wünschen an. Die interne Signalverarbeitung konvertiert das 8-Bit-Farbsignal in 12-Bit-Auflösung. Das Kinoformat 1 080p24 der Blu-ray Disc leitet der Sony fehlerfrei weiter, auf Wunsch können Sie die automatische Erkennung deaktivieren und die Kinofrequenz erzwingen. In den Messungen leistet sich der "BDP-S550" keine Ausrutscher und liefert die Daten über HDMI exakt so, wie sie auf der Disc vorliegen. Anstatt wie viele Mitbewerber an den analogen Tonausgängen auf Sparflamme zu kochen, zeigt Sony ebenso mustergültige Messwerte. Falls Sie Ihrer CD-Sammlung über den Stereoausgang lauschen, werden Sie keinesfalls enttäuscht sein.

Neu geboren

Sony hat das Unmögliche möglich gemacht und liefert nach dem leicht ernüchternden "BDPS500" ein kleines Meisterstück ab: Der "BDPS550" kostet nur die Hälfte seines Vorgängers und bietet eine bildschöne sowie schnelle Bedienoberfläche. Kompromisse in der Bild- und Tonqualität müssen Sie nicht eingehen. Als erstem Blu-ray-Player überhaupt gelingt es Sonys "BDP-S550" in fast allen Kategorien, ganz vorne mitzuspielen. Der Lohn ist die höchste Bewertung, die ein reines Abspielgerät bislang erringen konnte.





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