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Pioneer SC-LX 81

High Definition im Bild stellt seit einigen Jahren den Standard für das neue Fernsehen dar. Um diesen Maßstab für den Ton umzusetzen, greift Pioneers AV-Receiver auf ein ausgefeiltes Einmesssystem zurück.



Klangkreuzer

Wer sich gern mit Technik auseinandersetzt und auf moderne Einstellungsparameter nicht verzichten möchte, der sollte einen genauen Blick auf den "SC-LX 81" aus dem Hause Pioneer werfen. So fi nden Sie nebst vier HDMI-Ein- und zwei -Ausgängen zahlreiche Anschlüsse aus dem Audio- und Videobereich, die die Steuerung von allen Heimkinogeräten ermöglichen. Neben der Netzwerkfähigkeit wartet zudem der hinter der Frontklappe verborgene USB-Anschluss mit einer Sonderfunktion auf. So können Sie ohne einen zusätzlichen Dock-Adapter ihren iPod (nur iPod "Classic", "Touch" und "Nano") direkt am USB-Port anschließen und die gespeicherte Musik über Ihren AV-Receiver genießen. Natürlich wartet der "SC-LX 81" mit allen aktuellen HD-Decodern auf und bietet Verstärkung für insgesamt sieben Lautsprecherkanäle.

Toningenieur

Die kleine Besonderheit, die unter der Hochglanzhaube schlummert, nennt sich MCACC. Diese Eigenentwicklung beschreibt ein Einmesssystem, das nicht nur den Frequenzverlauf der Lautsprecher korrigiert, sondern gleichzeitig stehende Wellen und Gruppenlaufzeiten kompensiert. Direkt nach Anschluss des mitgelieferten Messmikrofons startet die vollautomatische Einmessung. An einer Hörposition sammelt der Pioneer alle relevanten Parameter inklusive Nachhallmessung. Zudem besteht die Möglichkeit, einen professionellen Equalizer für bis zu drei Hörpositionen einzurichten. Alle ermittelten Messwerte werden analysiert und danach arbeitet MCACC in Eigenregie. Zusätzliche Equalizer kann der Verstärker auf bis zu neun internen Speichern ablegen.

Die Besonderheit im Vergleich zu Einmesssystemen der Konkurrenz besteht in der Gruppenlaufzeitkompensation. Die unterschiedlichen Frequenzlaufzeiten entstehen durch das Mehrwegsystem und die Frequenzweiche eines Lautsprechers. Die einzelnen Chassis strahlen das verstärkte Signal nicht zeitgleich ab und es entstehen Laufzeitfehler. Mittels eines komplexen Filternetzwerks (FIR-Filter) kann der "SC-LX 81" diese Laufzeitfehlern unter den einzelnen Lautsprechern kompensieren. Die Korrektur durch die "Full Band Phase Control" resultiert in einem zeitlich richtigen Abstrahlverhalten, das Phasen- und Laufzeitfehler den Garaus macht. Das Ergebnis ist eine Räumlichkeit, die wir mit bislang keinem anderen Einmesssystem erreicht haben. Die Stimmen und Instrumente befi nden sich auf der exakten Position im Raum und die Bühne gewinnt dadurch unglaublich an Struktur und Plastizität. Anhand einer PC-Software können die Analysedaten bequem am Rechner ausgewertet werden.

Die Automatik erkennt gezielt die Problemzonen und beseitigt diese auf sehr effektive Weise. Wir stellten dabei keine ungewollten Frequenzgangverbiegungen oder sonstige Effekte fest. Als besonders sinnvolles Feature betrachten wir neben der Gruppenlaufzeitkorrektur noch die Korrektur der stehenden Wellen. Durch drei spezielle Filter kann man den Bassbereich separat "bereinigen".

Realitätsgarantie

Klanglich wartet der Pioneer in seinem neuen Zuhause mit einer gehaltvollen Tonkompetenz auf. Da der innere Aufbau aus separater Vor- und Endstufensektion besteht, profitiert das gesamte Klangbild von einem luftigen und angenehm neutralen Lautsprecherantrieb. Die Loudness-Funktion wirkt bei geringen Lautstärken einem matten Klangbild entgegen. Der isoliert absenkbare Höhenbereich für stark hallende Räume (X-Curve- Funktion) macht besonders im Kinobetrieb Sinn. Durch das exzellente Einmesssystem steht die hervorragende Klangqualität nahezu jedem Nutzer zur Verfügung, selbst wenn im Wohnzimmer Kompromisse bei der Raumakustik eingegangen werden müssen. Für Hörer, die es gern leiser mögen, eignet sich der Pioneer nur bedingt, da die Dynamikkomprimierung lediglich schwach agiert und zudem nicht mit der Loudness-Funktion kombinierbar ist.

Die Befürchtung, Pioneers Mehrkanalreceiver zeige im Stereoeinsatz Schwächen, bewahrheitet sich nicht. Das Klangbild bleibt neutral, mit straffen Bässen und klaren Höhen. Das Einmesssystem wertet die Qualitäten auch im Stereobetrieb auf, sodass Sie nach einmaliger Einrichtung jederzeit das optimale Klangerlebnis genießen können. So stark und üppig die Audioabteilung, so überschaubar ist die Videosektion. Digitale Bildquellen leitet der Receiver unbearbeitet weiter, einzig mittels analoger Zuspielung findet eine Konvertierung bis 1 080p statt. Eingespeiste Videobilder, wie z. B. das Fernsehprogramm, werden ansprechend aufbereitet und abgestufte Konturen unterbunden. Der Videochip kombiniert sogar Filmbilder einer DVD zu einem flimmerfreien Ganzen, nur selten gerät die Automatik aus dem Takt. Die Schärfedarstellung ist sehr gut, lediglich an bunten Objektkonturen zeigen sich leichte Ausfransungen. Umfangreiche Bildnachbearbeitungen können Sie nicht vornehmen.

Kinoprofi

Dank zahlreicher Werkzeuge, die sinnvoll miteinander kombiniert das Klangerlebnis im Heimkino drastisch steigern können, gehört der Pioneer in die vordere Reihe der AV-Receiver. Auch die elektrische Sektion und die etwas eingeschränkt nutzbare Bildverarbeitung sind erstklassig in der Ausführung und im Betrieb. Selbst wenn die Funktionsvielfalt den Anwender schnell überfordern kann, hilft ein Blick in die gut ausformulierte Dokumentation, um alle MCACC-Funktionen verstehen zu lernen. Ob nun für den Bastler oder für den Genießer – der Pioneer "SC-LX 81" verwandelt in edlem Design das Wohnzimmer zum klingenden Raum.







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